Erdoğan: „Ein Angriff auf die Türkei ist ein Angriff auf die Nato“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat seinen Tonfall gegenüber Russland deutlich verschärft. Nachdem am Sonntag offenbar ein zweiter russischer Kampfjet in den türkischen Luftraum eingedrungen ist, warnt er nun vor dem Ende der guten Beziehungen zwischen beiden Staaten. Ankara werte einen Angriff der Türkei wie einen Angriff auf die Nato.

Die Einmischung Russlands in den syrischen Bürgerkrieg und die zweimalige Verletzung des türkischen Luftraums durch russische Kampjets sind zu einer echten Belastungsprobe für die türkisch-russischen Beziehungen geworden. Der türkische Präsident Erdoğan sprach nun eine ernste Warnung in Richtung seines sonst so zugetanen Partners Putin.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Brüssel machte Erdoğan deutlich: Russland werde viel verlieren, wenn es die Freundschaft mit der Türkei aufs Spiel setze. In Anbetracht der offenbar zweimaligen Verletzung türkischen Luftraumes durch russische Kampfflugzeuge verwies er auf Artikel 5 des Nato-Vertrags un stellte fest: „Ein Angriff auf die Türkei ist ein Angriff auf die Nato, das sollte man wissen.“

In seinen härtesten Ausführungen gegenüber Russland in der aktuellen Krise, beschuldigte Erdoğan Moskau und seinen Verbündeten Iran daran zu arbeiten, den „Staatsterror“ des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad aufrecht zu halten. Nach den jüngsten Luftraumverletzungen ruhig zu bleiben, sei natürlich nicht möglich, so der türkische Präsident.

Ein Vertreter des türkischen Außenministeriums erklärte am Montag, dass sich die zweite Luftraumverletzung bereits am vergangenen Sonntag ereignet habe. Das sei der zweite Vorfall binnen drei Tagen gewesen. Deswegen sei am 5. Oktober auch erneut der russische Botschafter einbestellt worden (mehr hier).

Bereits am Samstag war ein russischer Kampfjet an der Grenze zu Syrien über türkisches Gebiet geflogen. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte zwar ein kurzzeitiges Eindringen eines Kampfflugzeugs in türkischen Luftraum, sprach in der Folge dann aber von einem Navigationsfehler. Die Nato stellte sich in dieser Angelegenheit ganz auf die Seite der Türkei. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnete das Vorgehen Russlands als inakzeptabel. Zudem hegte er Zweifel an der russischen Darstellung. Nach einem Missgeschick sehe das nicht aus. Immerhin seien es zwei Vorfälle gewesen, die jeweils länger als nur wenige Sekunden angedauert hätten.

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