Vertrauen in Gold: Zahl der türkischen Anleger hat sich verdoppelt

Die Zahl der Menschen in der Türkei, die ihre Ersparnisse in Gold anlegen, hat sich in den vergangenen drei Jahren offenbar verdoppelt. Damit sollen mittlerweile rund 25 Prozent der Bevölkerun diese Anlageform wählen. Auf der anderen Seite denken gut 42 Prozent der türkischen Bürgerinnen und Bürger nach wie vor überhaupt nicht ans Sparen.

Noch 2012 betrug die Rate der Türken, die ihre Ersparnisse in Gold anlegten, 11,8 Prozent. Laut dem Financial Literacy Survey, durchgeführt vom Capital Markets Board of Turkey (SPK), der Borsa Istanbul, der Turkish Capital Markets Association, Takasbank, der Central Registration Unit sowie der Capital Markets Licensing Registration and Training Unit, hat sich das grundlegend geändert. Der aktuellen Umfrage zufolge stieg ihr Anteil in der türkischen Bevölkerung auf mittlerweile 24,9 Prozent an.

Gestiegen sei demnach auch die Zahl derjenigen, die ihre Ersparnisse in Fremdwährungen anlegten, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Waren das im Jahr 2012 gerade einmal 4,3 Prozent, stieg ihr Anteil im Jahr 2015 auf mehr als das Doppelte, nämlich 10,5 Prozent, an. Der Umfrage zufolge sei auch ein Anstieg bei denjenigen zu verzeichnen, die sich für eine private Rentenvorsorge entschieden hätten. Ihr Anteil kletterte in den vergangenen drei Jahren von einst 2,2 Prozent auf nunmehr 5,4 Prozent im Jahr 2015.

Auf der anderen Seite gaben allerdings ganze 42 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie keinerlei Ersparnisse hätten, obschon immerhin 77 Prozent der Teilnehmer erklärten, dass sie über ein detailliertes Haushaltsbudget verfügten.

Die Umfrage unter 3.000 Personen, zeigte auch, dass sich das Verständnis der Bürger für finanzielle und mathematische Fragen verbessert habe, so das Blatt weiter. Während noch im Jahr 2012 84 Prozent der Befragten mit einfachen mathematischen Operationen zurecht gekommen sei, stieg diese Zahl auf 93 Prozent im Jahr 2015. Die Zahl der Personen, die Zinsberechnungen für die Rückzahlung ihrer Schulden beherrschten, erhöhte sich ebenfall von 72,5 Prozent im Jahr 2012 auf aktuell 84 Prozent.

In den vergangenen drei Jahren habe es jedoch auch einen Anstieg derjenigen gegeben, die ein Bankdarlehen in Anspruch genommen haben. Von vormals 11,8 Prozent im Jahr 2012 kletterte ihr Anteil auf 33,1 Prozent in diesem Jahr. Auch die Zahl der Menschen, die überhaupt ein Geldkonto haben, hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt, von 20,4 Prozent auf aktuell 49,3 Prozent.

Währen das Bewusstsein der türkischen Bevölkerung für das Bankwesen offenbar zunimmt, sorgte vor kurzem auf der anderen Seite eine kuriose Meldung für Aufsehen. Demnach ruhen mehr als 60 Milliarden Lira vergessen auf türkischen Bankkonten. Werden diese Beträge zehn Jahre lang nicht angetastet, sind die türkischen Institutionen gezwungen zu handeln. Bleibt eine intensive Suche nach den Eignern erfolglos, werden die Summen übertragen (mehr hier).

Bereits 2012 versuchten türkische Banken das Goldvermögen der türkischen Bevölkerung in ihren Finanzfluss zu bringen. Sie stellten den Anlegern Kredite in Höhe des Goldwertes in Aussicht. So versuchten die türkischen Banken, das türkische Leistungsbilanzdefizit auszugleichen. Der Goldimport sollte dadurch minimiert werden (mehr hier).

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