Panische Angst vor Terror: 75 Prozent der Briten meiden muslimische Urlaubsländer

Die Angst vor weiteren Terrorattacken hat offenbar zu einem massiven Umdenken unter britischen Urlaubern geführt. Nach den schlimmen Erlebnissen des Sommers wollen nun rund Dreiviertel muslimische Länder meiden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage.

Im spanischen Benidorm herrschte diesen Sommer Ausnahmezustan. (Screenshot YouTube)

Im spanischen Benidorm herrschte diesen Sommer Ausnahmezustan. (Screenshot YouTube)

Die vom Ferienanbieter Travelzoo durchgeführte Befragung brachte zutage, dass mittlerweile rund 75 Prozent der Briten muslimischen Ländern den Rücken kehrten. Doch nicht nur diese müssen mit weiteren Flauten rechnen. Gemieden würden auch jene Staaten, die von der Flüchtlingskrise betroffen sind – wie zum Beispiel Griechenland. Mehr als die Hälfte der Befragten habe angegeben, das die letzten Terrorakte sowie die Lage der Migranten tatsächlich ihre Entscheidung beeinflusst hätten. Insgesamt nahmen 2000 Personen an der Umfrage teil.

Mittlerweile, so berichtet die Nachrichtenseite Breitbart.com, würden 70 Prozent der britischen Reisenden das Außenministerium (FCO) bezüglich Reisewarnungen konsultieren und erst dann entscheiden, wohin die Reise am Ende gehe. Über die Hälfte der Briten sagte zudem, dass die jüngsten Terroranschläge in Tunesien, bei denen 30 britische Staatsbürger kaltblütig von einem islamistischen Terroristen ermordet wurden, sie abgeschreckt hätte überhaupt ins Ausland zu fahren.

Die beliebtesten Reiseziele für Briten über die nächsten zwölf Monate wären demnach Italien, Spanien, Frankreich, Portugal und die Vereinigten Staaten.

Die Bilder des Strandes von Benidorm standen in diesem Sommer stellvertretend für das, was während der Urlaubssaison 2015 in vielen spanischen Ferienorten passierte. Eine Rekordzahl britischer Urlauber strömte ins Land, um den Gefahren in Tunesien und in der Türkei zu entkommen. Was vielen jedoch nicht bewusst war: Auch hier ist man in Anbetracht der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in höchster Alarmbereitschaft.

Die Angst steckt vielen britischen Touristen noch in den Knochen. Bei einem Anschlag in Tunesien gab es Ende Juni mindestens 39 Tote (mehr hier). Die meisten Opfer am Traumstrand von Sousse waren britischer Herkunft. In der darauffolgenden Zeit kehrten sie zurück zu traditionellen Urlaubsorten an der spanischen Küste. Doch sicher sind sie auch hier nicht: In Spanien herrsche im Augenblick der höchste Stand der Terrorgefahr seit mehr als zehn Jahren, berichtet der Express. Vor allem Touristen aus Großbritannien seien hier Top-Ziele für Terroristen.

Insgesamt hatte es Spanien in diesem Sommer mit einer Rekordzahl an Urlaubern zu tun. Schon Ende Julie waren es 29,2 Millionen. Allerdings: Auch die spanischen Sicherheitsbehörden hätten ihre Bedrohungsstufe bereits im Juni auf „hoch“ gesetzt – schon kurz vor dem Massaker in Tunesien. Das Blatt zitierte einen Sprecher des spanischen Außenministeriums. Dieser warnt: „Es gibt eine hohe Bedrohung durch terroristische Angriffe.Die Attacken können wahllos erfolgen, einschließlich an Orten, die  von Ausländern besucht werden.“ Die Situation in Irak und Syrien bedeute eine erhöhte Gefahr von Terroranschlägen weltweit gegen britische Interessen und britische Staatsbürger.

Der spanische Innenminister Jorge Fernandez Diaz warnte, dass das Land seit dem Bombenanschlag von Madrid im Jahr 2004 dem höchsten Stand der Terrorgefahr gegenüber stehe. Damals wurden 191 Menschen getötet und fast 2.000 verletzt, als eine Reihe von Bomben in vier Pendlerzügen detonierten. Aktuell habe Spanien Terrorstufe 4 von 5.

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