Biotechnik: Pilze verlängern Laufzeit von Lithium-Ionen-Akkus

Der gemeine Champignon kann die Laufzeit und Lebensdauer von Lithium-Ionen-Akkus erheblich verlängern. Die günstigen Pilze können das bisher aufwendig gewonnene synthetische Material Graphen ersetzen. Die Leistung der Pilz-Akkus werde dadurch mit der Zeit immer besser, statt nachzulassen.

Champignons eignen sich wegen ihrer porösen Oberfläche und dem Kaliumgehalt hervorragend für die Akku-Herstellung. (Foto: Flickr/champignons by rrattuss CC BY 2.0)

Champignons eignen sich wegen ihrer porösen Oberfläche und dem Kaliumgehalt hervorragend für die Akku-Herstellung. (Foto: Flickr/champignons by rrattuss CC BY 2.0)

Der gemeine Champignon kann die Laufzeit und Lebensdauer von Lithium-Ionen-Akkus erheblich verlängern. Wie kalifornische Wissenschaftler herausfanden, kann das organische Material der Pilze das synthetische Wundermaterial Graphen ersetzen. Die Pilz-Anoden sind demnach günstiger, umweltfreundlicher und einfacher in der Verarbeitung.

Möglich werde dies durch die günstigen Eigenschaften der Pilze: Ihre poröse Oberfläche bietet unzählige kleine Räume, in denen größere Menge an Energie-haltiger Flüssigkeit oder Luft gespeichert werden können. Ihr hoher Gehalt an Kaliumsalz als Elektrolyt vergrößert zudem stufenweise die Kapazität der Akkus – sie werden also mit der Zeit immer besser statt schlechter.

Mit dieser Technologie können sich die Funktionszeiten von Mobiltelefonen mit der Zeit verlängern statt verkürzen, da sich beim Auf-und Entladen immer mehr Poren aktivieren“, so die Forscher im Fachmagazin Nature.

Pilze sind zudem denkbar einfach zu züchten und wachsen quasi von allein, während für die Herstellung von Graphen aufwendige chemische Verfahren zur Reinigung von Kohlenstoff notwendig sind, die zudem noch die Umwelt schädigen. Dies wird in naher Zukunft umso releveanter, wenn Akkus nicht mehr nur zu Millionen für Smartphones gebraucht werden, sondern auch für Elektro-Autos. Für die bis 2020 geschätzten benötigten sechs Millionen Elektroautos bräuchte man allein 900.000 Tonnen Rohgrafit zur Anoden-Produktion, die widerum tonnenweise giftige Chemikalien wie Schwefelsäuren benötigt.

Mehr auf DMN.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.