Massenpanik in Mekka: Zahl der türkischen Opfer steigt auf mindestens sieben

Fast einen Monat nach der verheerenden Massenpanik in Mekka haben die saudischen Behörden nun weitere türkische Opfer geborgen. Damit steigt die Zahl der Toten aus der Türkei auf mindestens sieben. Nach der Tragödie war ein Streit über die Verantwortlichkeit ausgebrochen. Der türkische Präsident Erdoğan verteidigte die saudische Führung.

Die Zahl der Todesopfer von Mekka schwankt. (Foto: Flickr/ PC270251-1 by Rehan Jamil CC BY 2.0)

Die Zahl der Todesopfer von Mekka schwankt. (Foto: Flickr/ PC270251-1 by Rehan Jamil CC BY 2.0)

Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu aus Kreisen des türkischen Amtes für Religiöse Angelegenheiten erfahren haben will, seien mittlerweile vier weitere türkische Opfer identifiziert worden. Die Vier galten nach der Massenpanik zunächst als vermisst. Insgesamt soll es 769 Tote gegeben haben.

Wie exakt solche Angaben sind, sei jedoch dahin gestellt. Bereits Ende September war von vier türkischen Toten die Rede (mehr hier). Mit den nun geborgenen Opfern müsste die Zahl der türkischen Toten eigentlich auf acht gestiegen sein. Auch die Angaben über die Gesamtzahlen schwanken. Auch Zahlen über 1000 kursieren in den Medien.

Nach der tödlichen Massenpanik bei der islamischen Wallfahrt nach Mekka schoben sich Saudi-Arabien und der Iran gegenseitig die Schuld zu. Die saudische Presse machteiranische Pilger für die Katastrophe verantwortlich. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei erklärte dagegen, «schlechte Koordinierung und unüberlegtes Handeln» der saudischen Behörden hätten das Unglück verursacht.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan verteidigte die saudische Führung. Den Vorwurf, es habe Fehler bei der Organisation gegeben, finde er nicht richtig, sagte Erdoğan vor Journalisten in Istanbul. Die Türkei und Saudi-Arabien sind enge Verbündete. Sie unterstützen unter anderem gemeinsam Rebellen im syrischen Bürgerkrieg, die gegen Machthaber Baschar al-Assad kämpfen.

Das Unglück war die schlimmste Katastrophe bei einer Mekka-Wallfahrt seit 25 Jahren.

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