Kurz vor einer Kundgebung: Explosionen in Bahnhof in Ankara

Zwei Explosionen haben am Samstag einen Bahnhof in der türkischen Hauptstadt Ankara erschüttert. Den türkischen Medien zufolge habe es mindestens 30 Tote gegeben. Weitere Menschen seien verletzt worden. Die Detonationen ereigneten sich kurz vor einer geplanten Kundgebung gegen die Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und der PKK.

Am Samstagmorgen ist es im Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara zu zwei schweren Explosionen gekommen. Es habe zahlreiche Opfer gegeben, darunter auch Dutzende Tote, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Die Ursache der Detonationen an einer Straßenkreuzung sei bislang unklar. Es gebe jedoch Gerüchte, wonach es sich um einen Selbstmordattentäter gehandelt haben könnte.

Die Explosionen ereigneten sich ersten Berichten zufolge im Abstand von wenigen Minuten, die erste um etwa 10 Uhr Ortszeit (9 Uhr MESZ).

Der türkische Sender CNN Türk berichtete unterdessen, die Explosionen hätten sich kurz vor Beginn einer Demonstration ereignet, zu der Friedensaktivisten und linke Gruppierungen aufgerufen hatten. Viele Teilnehmer hatten sich in der Nähe des Bahnhofs versammelt. Die Kundgebung wurde mittlerweile abgesagt, so die türkische Zeitung Hürrieyt. Die Polizei habe das Areal evakuiert. Premier Davutoglu wolle nun schnellstmöglich eine Sondersitzung mit seinen Sicherheitschefs einberufen.

Nach Scheitern eines zweijährigen Waffenstillstandes zwischen der Regierung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Juli eskaliert im Südosten der Türkei die Gewalt. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums wurden bei Militäroffensiven in der Türkei und im Nordirak seit Juli etwa 2000 PKK-Anhänger getötet. Zudem kamen bei PKK-Angriffen rund 150 Polizisten und Soldaten ums Leben (mehr hier).

Update: Es sind mindestens 30 Menschen getötet worden. 126 Menschen seien bei den Explosionen am Samstag verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das türkische Innenministerium.

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