Manipulationsskandal: Freispruch für Aziz Yildirim

Das langwierige Manipulationsverfahren endet mit dem bereits erwarteten Richterspruch. Sämtliche Angeklagte, darunter auch Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim, wurden freigesprochen.

Das 13. Istanbuler Sondergericht hat entschieden: Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim, Ilhan Eksioglu, Mecnun Otyakmaz & Co. wurden von sämtlichen Anklagepunkten freigesprochen und befinden sich endgültig wieder auf freiem Fuß. Somit stimmte das Gericht der Istanbuler Staatsanwaltschaft zu und schmetterte die Manipulationsvorwürfe an die Angeklagten aus der Süper Lig-Saison 2010/11 ab. Neu aufgerollt wurde der Fall, nachdem die Richter, Staatsanwälte und polizeilichen Ermittler wegen Korruption und Amtsmissbrauch von ihren Ämtern enthoben und der Verfassungsparagraph 6526 (Kampf gegen den Terror) geändert worden waren. Begründet hat die türkische Justiz den neuen Urteilsspruch mit einem „groß angelegten Komplott“ auf alle Beteiligten.

Freigesprochen wurden: Aziz Yildirim, Olgun Peker, Ilhan Eksioglu, Korcan Celikay, Mecnun Otyakmaz, Sekip Mosturoglu, Serdal Adali, Yusuf Turanli, Cemil Turan, Tamer Yelkovan, Ali Yildirim, Selim Kimil, Ibrahim Akin, Ümit Karan

Wie geht es jetzt weiter?

Während allen voran die Fenerbahce-Fangemeinschaft in regelrechte Jubelstürme ausbrach, plant der türkische Vizemeister nun, sich die Jahre nach dem Skandal finanziell entschädigen zu lassen. So dürften die Gelb-Marineblauen Entschädigungszahlungen im dreistelligen Millionenbereich erwarten. Neben dem türkischen Verband TFF wird Fenerbahce hierbei insbesondere von der UEFA Millionenbeträge einfordern. Im Zuge des Manipulationsverfahrens hatte die UEFA die Türken zwei Jahre vom europäischen Wettbewerb ausgeschlossen. Eine erste Pressekonferenz Fenerbahces wurde bereits für den kommenden Donnerstag (ab 12.00 Uhr, MEZ) angesetzt.

Auch Teams wie Sivasspor und Besiktas werden nochmals den Gang vor die türkischen und internationalen Gerichte (CAS) antreten. Trabzonspor, bis dato der größte Kontrahent Fenerbahces im Manipulationsverfahren, wird den Urteilsspruch aller Voraussicht nach nicht hinnehmen und Einspruch einlegen.

Stimmen zum Urteil

Mahmut Uslu, Pressesprecher Fenerbahce

„Dieser 9. Oktober wird uns für immer in Erinnerung bleiben. Wenn Sie sämtliche Verteidigungsreden gehört hätten, wüssten Sie, welch großes Komplett um uns gesponnen wurde. Sowohl Fenerbahce, als auch die Türkei sind hier die Opfer. Diejenigen, die im Gefängnis saßen, waren umsonst drin. Wir werden dafür sorgen, dass diese Rechnungen beglichen werden.“

Sekip Mosturoglu, Funktionär Fenerbahce

„Ich danke unseren Anhängern, die uns vom ersten Tage an unterstützt haben. Wir haben unglaubliche Dinge durchlebt, jetzt sind wir glücklich, dass Fenerbahce und wir von sämtlicher Schuld freigesprochen wurden. Die Türkei hat viele dunkle Jahre hinter sich. Viele andere sind Opfer von Komplotts geworden. Das war nicht nur der Kampf Fenerbahces, sondern auch der der Türkei.“

Korcan Celikay, Torhüter Sivasspor

„Wir haben immer wieder beteuert, dass wir unschuldig sind. Manche haben uns geglaubt, manche nicht. Letztendlich kam heute der Freispruch. Ich bin zwar glücklich, doch nichts und niemand kann die Dinge, die meine Freunde, meine Familie und ich durchlebt haben, aus meiner Erinnerung löschen. Zu dieser Zeit hatte ich die beste Phase meiner Karriere. Diese Momente kommen nie mehr wieder.“

Sadri Sener, Ex-Präsident Trabzonspor

„In solchen Verfahren muss man die Fähigkeit besitzen, geeignete Anwälte anzuheuern. Ich wurde damals vom eigenen Verein vor Gericht gestellt, weil ich zu viel Geld für Anwälte ausgegeben habe. Daher kann ein solches Urteil auch nicht überraschen. Es liegt auf der Hand, dass einige im Trabzonspor-Vorstand der Meinung waren, dass man den Fall nicht weiter verfolgen soll.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.