Anschlag in Ankara: Türkische Regierung hat Islamischen Staat im Visier

Zwei Tage nach den verheerenden Anschlägen von Ankara scheint die Polizei eine heiße Spur zu haben. Dem türkischen Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu zufolge konzentrierten sich die Ermittlungen auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Eine 100-prozentige Sicherheit haben die Behörden aber bislang nicht.

Mindestens 97 Tote und mehr als 500 Verletzte: Das ist die aktuelle Bilanz des wohl verheerendsten Anschlags der jüngeren türkischen Geschichte. Noch ist unklar, wer hinter der brutalen Tat vor einem Bahnhof in der Hauptstadt Ankara steckt. Die Spekulationen laufen jedoch auf Hochtouren. In einem Interview mit dem türkischen Sender NTV hat Premier Ahmet Davutoğlu am Montag klargestellt: Untersuchungen es IS haben derzeit „erste Priorität“.

Der Politiker machte jedoch deutlich, dass auch die Terrororganisation PKK sowie die linksextreme Terrorgruppe DHKP-C mögliche Urheber der Tat seien.  Die Ermittler seien allerdings kurz davor, einen Verdächtigen zu identifizieren. „Es war auf jeden Fall ein Selbstmordattentat. DNA-Tests werden durchgeführt. Es wurde auch schon herausgefunden, wie die Selbstmordattentäter dorthin gelangten. Wir stehen kurz vor einem Namen“, so der Premier.

Der Premier wertete die Anschläge als einen Versuch, das Ergebnis der Parlamentswahl am ersten November zu beeinflussen, so die türkische Zeitung Hürriyet. Falls Sicherheitslücken zu diesem Anschlag geführt hätten, würde man nun alles tun, um diese zu beseitigen. An ein Versagen des türkischen Geheimdienstes glaube er jedoch nicht. Es werde jedoch entsprechende Untersuchungen geben.

Mutmaßungen der Opposition, die Türkei wegen ihrer außenpolitischen Präferenzen angegriffenworden, wies Davutoğlu zurück. Dieser Angriff werde auch nicht dazu führen, dass sich die Türkei in ein Syrien verwandle.

Bereits am Sonntag soll es dem Blatt zufolge Gerüchte gegeben haben, wonach der IS hinter dem Anschlag stecken könnte. Es hätte auffällige Ähnlichkeiten zu Suruç im vergangenen Juli gegeben.

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