Niederlande: MH17 wurde von Buk-Rakete abgeschossen

Die Niederlande und ein russischer Rüstungskonzern veröffentlichen am gleichen Tag Untersuchungsergebnisse zum MH17-Abschuss. Laut den Niederländern hat eine Buk-Rakete das Passagierflugzeug getroffen. Laut den Russen soll der Abschussort in ukrainisch besetzen Gebiet liegen.

Der niederländische Sicherheitsrat kommt zu dem Schluss, dass Flug MH17 über der Ostukraine von einer Luftabwehrrakete vom Typ Buk abgeschossen wurde. Von welchem Gebiet aus die Rakete abgefeuert wurde, teilte das Gremium am Dienstag nicht mit. Der Westen und Russland machen sich gegenseitig für den Abschuss verantwortlich.

Flug MH17 stürzte ab, weil auf der linken Seite des Cockpits ein Raketenkopf explodierte“, schilderte der Vorsitzende des Rates, Tjibbe Joustra. Das internationale Expertenteam unter niederländischer Leitung untersuchte nicht die Schuldfrage. Dies ist Gegenstand noch laufender strafrechtlicher Ermittlungen. Da die meisten Opfer aus den Niederlanden kamen, leitet das Land auch die Untersuchungen.

Bei der Suche nach Schuldigen haben die Ukraine und die Niederlande offenbar eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Das teilte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Dienstag in Kiew nach einem Telefonat mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte mit.

Nach Einschätzung des russischen Rüstungskonzerns Almas-Antej wurde MH17 von ukrainisch kontrolliertem Gebiet aus abgeschossen. Ein Test habe frühere Erkenntnisse des Unternehmens bestätigt, sagte Firmenchef Jan Nowikow ebenfalls am Dienstag laut der Nachrichtenagentur TASS.

„Falls die Boeing mit einem Buk-M1-Raketensystem abgeschossen wurde, wurde sie von einer Rakete vom Typ 9M38 von Saroschtschenske aus getroffen“, sagte der Leiter des Unternehmens, das die Buk-Systeme herstellt. Der ostukrainische Ort Saroschtschenske wurde zum Zeitpunkt des Abschusses von Regierungstruppen kontrolliert.

Almas-Antej habe am 7. Oktober ballistische Tests an einer Iljuschin Il-86 vorgenommen, weil der Flugzeugtyp der abgestürzten Boeing-777 gleiche, sagte Nowikow. Mehrere Ergebnisse daraus stünden im Gegensatz zu Aussagen der niederländischen Untersuchungskommission, meinte er. Dies betreffe unter anderem den Raketentyp 9M38, den die russische Armee bereits länger nicht mehr in ihrem Bestand führe.

Generalkonstrukteur Michail Malyschewski sagte, die Boeing-777 sei damals auf der linken Seite getroffen worden. Das schließe einen Beschuss von Snischne aus. Der Ort wurde damals von Rebellen kontrolliert.

Die Aufklärung wird auch dadurch erschwert, weil die Bundesregierung sich weigert, den Inhalt der Funksprüche von Flug MH17 bekanntzugeben. Die Angelegenheit wird „Geheim“ eingestuft, daher erhalten auch Bundestagsmitglieder keine Einsicht in den Funkverkehr.

Die Behauptung der USA und der EU, die Russen seien für den Abschuss verantwortlich, ist die Grundlage für die Sanktionen gegen Russland. Die Folgen für den deutschen Mittelstand sind enorm, jüngst kämpften die Maschinenbauer mit erheblichen Rückgängen. Selbst Wirtschaftsverbände fordern ein Ende der Sanktionen.

Mittlerweile stimmt auch die Bundesregierung andere Töne an, denn mit den Strafmaßnahmen brachen die deutschen Exporte ein. Zudem braucht der Westen offenbar in der Syrien-Krise ein starkes Russland.

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