Erdoğans Mega-Palast: Finnischer Präsident hat Angst verloren zu gehen

Anlässlich seines Staatsbesuchs in der Türkei hat der finnische Präsident Humor bewiesen. In einem Interview scherzte Sauli Niinistö über die Größe des umstrittenen Präsidentenpalastes. Er hoffe, darin nicht verloren zu gehen.

Sauli Niinistö begnet dem Thema Präsidentenpalast mit Humor. (Foto: Flickr/inlandia, Sauli Niinistö. by Presidencia de la República Mexicana CC BY 2.0)

Sauli Niinistö begnet dem Thema Präsidentenpalast mit Humor. (Foto: Flickr/inlandia, Sauli Niinistö. by Presidencia de la República Mexicana CC BY 2.0)

Der finnische Präsident Niinistö beginnt an diesem Dienstag seinen Staatsbesuch in der Türkei. Auf der Agenda stehen Wirtschaft, Sicherheit und politische Fragen. Heiterkeit muss bei dem Skandinavier aber trotzdem sein.

Im Scherz erklärte er, es aufgrund der Ausmaße äußerst schwierig zu finden, sich im Präsidentenpalast zurecht zu finden. „Ich hoffe, dass ich dort nicht verloren gehe“, so der Staatsmann im Gespräch mit der türkischen Zeitung Hürriyet kurz vor seinem Treffen mit seinem Amtskollegen Erdoğan. „Vielleicht nehme ich einen Kompass mit.“

Niinistö ist der mittlerweile vierte Präsident, der den Palast besucht. Vor ihm hatten bereits Papst Franziskus sowie sein ungarischer und turkmenischer Amtskollege die Gelegenheit. Bislang kennt der Finne das gigantische Bauwerk nur von Fotos. Solche Paläste kenne man in Finnland jedenfalls nicht, so Niinistö. „Wir waren schon immer ein armes Land.“

Der wegen seiner Größe und Kosten umstrittene Palast war im vergangenen Jahr fertiggestellt worden. Der Palast kostete Erdoğans Angaben zufolge umgerechnet rund 400 Millionen Euro und verfügt über mehr als 1150 Zimmer. Nach Angaben der Architektenkammer hatten seit 2011 mehrere Gerichte Baustopps verhängt, die Erdoğan ignoriert habe. Ein Gericht erklärte den Palast Ende Mai für illegal.

Papst Franziskus
blieb Ende vergangenen Jahres der Tradition seiner Vorgänger treu: Wie Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. besuchte auch der Argentinier relativ kurz nach seinem Amtsantritt die Türkei. Die sechste Auslandsreise des 77-Jährigen vom 28. bis 30. November 2014 stand vor allem im Zeichen der Ökumene. Auch ein Treffen mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan war Teil des straffen Terminplans – der Papst wurde als erstes ausländisches Staatsoberhaupt in dem neuen Präsidentenpalast Erdoğans empfangen.

Finnland und die Türkei feiern im kommenden Jahr das 90-jährige Jubiläum ihrer diplomatischen Beziehungen.

Mehr zum Thema:

Gericht erklärt Erdoğans Präsidentenpalast für illegal
Erdoğans neuer Palast kostet fast eine halbe Milliarde Euro
Papst-Reise in die Türkei: Franziskus trifft Erdoğan im Präsidentenpalast

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.