Saudi-Arabien lässt Arbeiterin aus Indien Hand abhacken

In Saudi-Arabien wurde einer indischen Haushaltshilfe die Hand abgehackt. Ihr Vergehen: Sie hatte sich zuvor über die schlechten Arbeitsbedingungen geklagt. Ob Bundesaußenminister Steinmeier den Vorfall bei seinem Besuch in Riad ansprechen wird, ist unbekannt.

Einer indischen Haushaltshilfe ist in Saudi-Arabien von ihrem Arbeitgeber eine Hand abgehackt worden. Dieses brutale Vorgehen sei „nicht hinnehmbar“, erklärte Indiens Außenministerin Sushma Swaraj am Freitag und kündigte an, die saudischen Behörden einzuschalten.

Nach indischen Medienberichten arbeitete die Frau als Haushaltshilfe in Riad. Als die 50-Jährige sich über fehlenden Lohn und Misshandlung beklagt habe, habe ihr der Dienstherr die Hand abgetrennt, berichtete die Zeitung Indian Express unter Berufung auf die Schwester des Opfers. Außerdem habe sie sich die Wirbelsäule verletzt, als sie bei einem Fluchtversuch vom Balkon fiel.

Die Frau aus Südindien sei nun in einem Krankenhaus, sagte Außenamtssprecher Vikas Swarup. Ihr Zustand sei stabil. Indische Diplomaten hätten die Polizei in Saudi-Arabien getroffen und gebeten, den Arbeitgeber wegen versuchten Mordes anzuklagen. In Saudi-Arabien leben etwa 1,4 Millionen Inder.

Die Frau habe den Job in Saudi-Arabien angenommen, weil sie durch die Verheiratung ihrer drei Töchter in finanzielle Schwierigkeiten geraten sei, berichtete Indian Express weiter. Nach Informationen der Zeitung Times of India sei es die Herrin des Hauses gewesen, die die Tat beging. Sie sei festgenommen worden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier reist am Sonntag nach Riad, um über den Syrien-Konflikt zu beraten. Ob er den barbarischen Akt ansprechen wird, ist unbekannt.

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