Türkische Familie: Unbekannte beschmieren Auto mit Hakenkreuz

Im Münchner Stadtteil Perlach wurde das Fahrzeug einer türkischen Familie mit einem schwarzen Hakenkreuz beschmiert. Wer hinter der Tat steckt und welches Motiv sich dahinter verbirgt, ist bislang nicht bekannt. Die Polizei riet den Geschädigten jedoch, das Motiv schnellstmöglich zu entfernen - um sich nicht selbst strafbar zu machen.

Wenige Tage, nachdem das Auto einer türkischen Familie mit einem Hakenkreuz beschmiert wurde, dauern die Ermittlungen der Polizei an. Für die Beamten kommt ein rechter Hintergrund aber offenbar nicht infrage. Die Betroffenen selbst haben keine Erklärung für den ihnen entgegengebrachten Hass.

„Für einen politisch rechts motivierten Hintergrund habe man aber bislang keine Anhaltspunkte gefunden“, verweist die Süddeutsche Zeitung am Sonntag auf einen Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums. Dieses hatte für die Betroffenen, die Anzeige erstattet hatten, allerdings auch einen Rat oder besser eine Warnung parat: Sie riet, „(…) das Hakenkreuz schnell entfernen zu lassen und damit nicht längere Zeit durch die Stadt zu fahren: Sonst verstoße sie gegen das Verbot der Verwendung eines verfassungsfeindlichen Symbols.“

Warum es ausgerechnet sie traf, dafür hat die türkische Familie bislang keine Erklärung. „Wir haben einen typischen Rentner-Mercedes. Am Auto gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass es Türken gehört. Wir sind auch nicht bekannt, sondern ganz normale Menschen von nebenan“, zitiert die Münchner Abendzeitung Gül und Taner G. Der Angestellte hatte am vergangenen Freitagmorgen die Schmierereien auf dem hellgrauen Mercedes der Familie entdeckt. Das Paar erstattete Anzeige.

Noch gebe es keinen Verdächtigen, so das Blatt weiter. Doch die Familie sei guter Dinge: „Der Platz, auf dem der Wagen stand, wird von den Kameras eines Unternehmens erfasst.“

Unterdessen ermittelt der Staatschutz im sachsen-anhaltischen Thale in einer ähnlichen Sache. „In der Nacht zum Samstag haben bislang unbekannte Täter an mehreren Orten – darunter die Hubertusstraße, die Ziegelei und die Schenkestraße – Hakenkreuze sowie den Spruch ‚Refugees Not Welcome‘ – Flüchtlinge nicht willkommen – auf Autos, Hauswände und die Fahrbahn gesprüht“, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Bürgermeister Thomas Balcerowski (CDU) wertet die Tat als „Einschüchterungsversuch“ von dem er sich aber nicht beeindrucken lasse. Er werde die Flüchtlingsunterbringung weiterhin organisieren.

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