Weg aus Aleppo: Türkei erwartet 50.000 neue Flüchtlinge

Türkei rechnet mit einem erneuten Massenzustrom syrischer Flüchtlinge. Grund sind die jüngsten Zusammenstöße im türkischen Nachbarstaat. Sicherheitsexperten schätzen, dass in den kommenden Tagen rund 50.000 Menschen eintreffen könnten.

Offenbar haben rund 50.000 Menschen in Aleppo mit den Vorbereitungen begonnen, das Land zu verlassen. Russische Jets haben zuletzt Stadtviertel im Süden und Osten getroffen. Zudem sollen Einheiten des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad in der Nähe der Stadt eine Landoffensive begonnen haben. Beide Faktoren könnten nun zu einer neuen Massenflucht führen.

Türkischen Sicherheitsquellen zufolge könnte sich die Zahl der Flüchtlinge, die Aleppo nun verlassen, noch am Wochenende auf 350.000 erhöhen, falls die Luftangriffe fortgesetzt würden. Ein Teil von ihnen werde dann auch an der türkischen Grenze erwartet, so die türkische Zeitung Hürriyet.

Der Präsident des Exilparlaments der syrischen Turkmenen Abdurrahman Mustafa habe bestätigt, dass 50.000 Menschen die Stadt verlassen hätten und in Richtung Türkei unterwegs seien. „Im Süden von Aleppo hat eine große Migration begonnen.  (…) Die Migration wird größer, wenn die Regime-Kräfte hier sein werden. In Bayırbucak gibt es heftige Auseinandersetzungen. Die hier lebenden Turkmenen stehen zwischen Russland, den Assad-Kräften und den IS-Kämpfern. Sie kämpfen an drei Fronten“, sagte er gegenüber der Zeitung.

Gemeinsam mit Kämpfern aus der libanesisch-chiitischen Hisbollah-Bewegung und der iranischen Elite-Quds Force hat Syriens Armee in den vergangenen zwei Wochen Bodenangriffe in Aleppos Norden, im Zentrum von Hama und Homs, an der Küste von Latakia und außerhalb Damaskus gestartet. Die Armee hat kleine Gewinne gemacht und nahm einige Dörfer in Aleppo, Homs und Hama ein. Allerdings muss sie noch die Kontrolle über alle Schlüsselpunkte und Versorungswege gewinnen.


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