Nach Hassrede: Verlagsgruppe nimmt Pirinçcis Katzen-Krimis aus dem Programm

Die Verlagsgruppe Random House hat sich von dem Autor Akif Pirinçci nach seiner Pegida-Rede distanziert und stoppt den Verkauf seiner Bücher. Unter dem Verlag Manuscriptum hingegen erscheint noch heute Pirinçcis neues Buch.

Seine Hetzrede bei der Jubiläums-Kundgebung der Pegida in Dresden hat für den Autor Akif Pirinçci berufliche Konsequenzen. Die Verlagsgruppe Random House nimmt seine Katzen-Krimis aus dem Programm. „Als Reaktion auf seine inakzeptablen Äußerungen werden unsere bereits vor Jahren veröffentlichten, ausschließlich belletristischen Bücher von Akif Pirinçci umgehend gesperrt und nicht mehr angeboten“, teilten die Verlage Diana, Goldmann und Heyne am Dienstag in München mit.

Sie distanzierten sich entschieden und zeigten sich von Pirinçcis Äußerungen bestürzt. „Der Schutz von Demokratie und Menschenrechten ist für uns ein zentraler Bestandteil unseres verlegerischen Schaffens, ebenso wie der Respekt vor Traditionen und dem Wunsch nach kultureller Vielfalt. Die Aussagen von Akif Pirinçci stehen diesen Werten diametral entgegen.“

Pirinçci hatte in seiner mit übelsten Diffamierungen und Beleidigungen gegen Muslime gespickten Rede den Satz gesagt: „Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“. Das war allerdings nicht auf Flüchtlinge bezogen. Vielmehr versuchte er damit, deutsche Politiker zu verunglimpfen, die „zunehmend als Gauleiter gegen das eigene Volk“ agierten. Die Staatsanwaltschaft Dresden leitete Ermittlungen wegen Volksverhetzung ein.

An diesem Mittwoch kommt laut Angaben auf der Homepage des Manuscriptum Verlages Pirinçcis neues Buch „Die große Verschwulung“ auf den Markt – in der „Edition Sonderwege“. Der Verlag hat eigenen Angaben zufolge die Zusammenarbeit mit dem Autor allerdings schon vor einer Weile beendet, kündigt das Buch aber trotzdem groß auf seiner Homepage an.

„Die Wege des Verlags Manuscriptum und des Autors Akif Pirinçci haben sich bereits im September 2015 – also vor seinem Auftritt in Dresden – getrennt“, sagte der Verlagsleiter von Manuscriptum, Andreas Lombard, den Deutschen Mittelstands Nachrichten. „Wir bedauern diese Entwicklung nach seinem Auftritt noch weniger als wir es davor schon getan haben.“ Zu dem heutigen Erscheinen des neuen Buchs sagte Lombard jedoch genauso wenig wie über die Bilanz der Zusammenarbeit mit dem Autor.

Über das neue Buch von Akif Pirinçci schreibt der Verlag auf seine Homepage:

„Akif Pirinçci zieht wieder ins Feld! Er kämpft gegen die Verweichlichung der Männer, das Elend der Gleichmacherei und die Ideologen der grausamen Gender-Propaganda. Der Feind lauert überall: im Parlament und an der Universität, in Schulen, KiTa’s und im eigenen Bett. Pirinçcis neues Buch ist hart, aber gerecht. Nirgendwo sonst wird sie dem Leser so deutlich vor Augen geführt: Die große Verschwulung.“

Unter anderem sind auch „Deutschland von Sinnen und „Attacke auf den Mainstrem“ von Akif Pirinçci in dem Verlag erschienen. Alle drei Bücher können noch gekauft werden. Zum Buch „Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“ gibt es vom Verlag auch eine „Sonderseite zum Thema“.

Der Verleger von Manuscriptum, Thomas Hoof, ist ehemaliger Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Grünen und auch der Gründer von Manufactum. 1998 verkaufte er Manufactum an die Otto Group. Beide Unternehmen sind rechtlich gesehen unabhängig voneinander, doch dem Logo sind beide treu geblieben. Zudem bietet Manufactum in seinen Geschäften Bücher vom Manuscriptum Verlag an. Diese Werke stehen dem Manufactum Geschäftsführer, Manfred Ritter, zufolge aber „in unmittelbarem Zusammenhang mit den Produkten, die wir anbieten, und ihrem Gebrauch.“, zitiert ihn die Zeit. Hingegen führe Manufactum die „in einem anderen Segment der Publikationen des Verlages erschienenen Titel“ deshalb nicht, „weil sie in keinem Zusammenhang mit unserem Angebot stehen und weil sie weltanschaulich nicht zu unseren Werten passen würden. Sie sind für uns aber auch kein hinreichender Anlaß, die aus unserer Sicht geeigneten Titel aus dem Programm zu nehmen.“

Das neue Buch von Akif Pirinçci wird vom Manuscriptum Verlag am Mittwoch neu veröffentlicht. (Foto: Screenshot: manuscriptum.de/ 21.10.2015)

Das neue Buch von Akif Pirinçci wird vom Manuscriptum Verlag am Mittwoch neu veröffentlicht. (Foto: Screenshot: manuscriptum.de/ 21.10.2015)

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