Kurden rufen in nordsyrischer Stadt Tell Abjad Selbstverwaltung aus

Nach ihrem Vormarsch gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben die Kurden und ihre Verbündeten in der nordsyrischen Stadt Tell Abjad eine Selbstverwaltung ausgerufen. Der Ort an der Grenze zur Türkei sei nun mit dem autonomen Kanton Kobane verbunden, sagte der Co-Chef der neuen Selbstverwaltung, Mansur Salum, am Mittwoch. Kobane wird ebenfalls von den Kurden beherrscht.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) hatten Tell Abjad im vergangenen Juni nach heftigen Kämpfen vom IS eingenommen. In der ethnisch gemischten Stadt lebten vor dem Bürgerkrieg außer Kurden auch sunnitische Araber und Turkmenen.

Die Ausrufung der Selbstverwaltung dürfte für Unmut in der Türkei sorgen. Die Regierung in Ankara befürchtet die Bildung eines Kurdenstaates an ihrer Südgrenze. Sie betrachtet die YPG zudem als syrischen Ableger der Terrororganisation PKK.

Die Kurden kontrollieren im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei große Gebiete, so die dpa. Dort hatten sie im Frühjahr 2014 die drei autonomen Kantone um die Städte Afrin, Kobane und Kamischli ausgerufen. Die syrische Opposition warf den Kurden deswegen Separatismus vor.

Die YPG und verbündete arabische Milizen hatten vor kurzem ein neues Militärbündnis gegründet, um weiter gemeinsam gegen den IS vorzugehen. Die von den USA geführte internationale Koalition unterstützt die syrischen Kurden mit Luftangriffen.

Mehr zum Thema:

Syrien: Amnesty International kritisiert YPG/PKK-Milizen
Amnesty International wirft Kurden-Milizen Kriegsverbrechen vor
Putin gegen Erdogan: Kurden in Syrien offen für Allianz mit Russland

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.