Drei Jahre nach der Premiere: Fast 14.000 islamische Religionsschüler in NRW

Zum Schuljahr 2012/2013 hatte Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland einen regulären islamischen Religionsunterricht eingeführt. Nun zog NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) eine Bilanz. Mittlerweile sind es fast 14.000 Schüler, die von diesem Angebot profitieren.

Was zunächst an den Grundschulen begann und ein Jahr später auch in der Sekundarstufe I angeboten wird, kommt mittlerweile fast 14.000 Schülerinnen und Schülern in Nordrhein-Westfalen zugute. Mittlerweile wird der islamische Religionsunterricht als ordentliches versetzungsrelevantes Unterrichtsfach an 176 Schulen des Bundeslandes erteilt. Das gab NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) an diesem Donnerstag bei einer Konferenz in Berlin bekannt.

„Mehr als 200 Lehrer hätten die Lehrerlaubnis für das Fach erhalten. An den Schulen in NRW gibt es etwa 320.000 muslimische Schüler. Der Ausbaustand des islamischen Religionsunterrichts sei kein Gradmesser für eine gelungene oder nicht gelungene Integration“, zitiert die Rheinische Post Sylvia Löhrmann.

Mit der Einführung des bekenntnisorientierten Islamunterrichts schuf das Land Nordrhein-Westfalen etwas Neues. Bislang gab es an Schulen nur die Islamkunde, die sachorientiert war. „Es handelt sich bei dem neuen Unterricht aber nicht um einen Gottesdienst“, stellte im März 2012 ein Sprecher des Schulministeriums NRW klar. Gebetspraxis und Gebetsformen sollen im Unterricht nur besprochen werden. Eine weitere Besonderheit ist, dass Lehrerinnen zu den Unterrichtszeiten des Religionsunterrichts das Kopftuch tragen dürfen, sofern sie das wünschen.

Ende 2011 hatten SPD, Grüne und CDU im Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags die Einführung von Islamunterricht als regulärem Schulfach in deutscher Sprache beschlossen. Betroffen sind 320.000 Kinder und Jugendliche. Ein achtköpfiger Beirat ist der Ansprechpartner für inhaltliche Fragen (mehr hier). Gebildet wurde der Beirat bei einem einem Treffen von Schulministerin Sylvia Löhrmann mit dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Die Aufgabe des Beirats ist es, die Anliegen und Interessen der islamischen Organisationen bei der Einführung und Durchführung des islamischen Religionsunterrichts gegenüber dem Land zu vertreten. Der Beirat amtiert für drei Jahre, seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

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