Scharia in Indonesien: Bei Sex Peitschenhiebe für Schwule und Unverheiratete

Sex unter Schwulen und unverheirateten Paaren wird in Aceh, der konservativsten Provinz Indonesiens, ab jetzt mit Peitschenhieben bestraft. Die Verordnung trat am Freitag in Kraft.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Fast 90 Prozent der gut 250 Millionen Indonesier sind Muslime. Die große Mehrheit praktiziert einen moderaten Islam.

«Die Bestrafung erfolgt nur nach einem fairen Prozess», zitiert die Deutsche Presse Agentur dpa Syamsuddin, Chef der Scharia-Polizei in Aceh im Norden der Insel Sumatra. Am Sonntag würden Patrouillen beginnen. Zeugen müssten Sex zwischen Schwulen oder unverheirateten Paaren selbst gesehen haben. Bei einem Schuldspruch drohen bis zu 100 Peitschenhiebe.

Auspeitschungen gibt es bereits für Alkoholtrinker und Glücksspieler. Aceh liegt im Norden der Insel Sumatra. Es ist die einzige Provinz, die das islamische Scharia-Recht voll anwendet. In anderen Provinzen können Scharia-Gerichte nur in Familienrechtsfragen angerufen werden.

Ein Landkreis in Indonesien hatte erst im September die sofortige Zwangsheirat für Paare beschlossen, die nach 21.00 Uhr abends zu zweit allein erwischt werden. Kontrolliert werde die neue Regelung durch Sicherheitskräfte, die entsprechende Razzien durchführen. Ziel ist es, so vorehelichen Sex zu verhindern.

Sicherheitskräfte würden in Purwakata Razzien durchführen, sagte ein Sprecher der Verwaltung. Der Beschluss wurde auf einer Versammlung von Dorfvorstehern gefasst. In dem Landkreis leben 900 000 Menschen.

Indonesien hat die größten muslimischen Bevölkerung der Welt und lebt eigentlich einen moderaten Islam. Immer wieder erlassen aber Bezirke und Provinzen Vorschriften, um einer «Verlotterung der Moral» vorzubeugen. Die Zwangsheirat soll vorehelichen Sex verhindern.

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