Industrie 4.0 könnte in Deutschland tausende Jobs kosten

Die Entwicklung hin zur Industrie 4.0 scheint unaufhaltsam. Viele Unternehmen versuchen, den Anschluss nicht zu verlieren. Mehr Effizienz und neue Jobs soll die Industrie 4.0 mit sich bringen. Eine neue Studie zeigt aber, dass schlussendlich mehr Jobs verloren gehen als neue geschaffen werden.

Bis zu 60.000 Jobs sollen durch die Industrie 4.0 wegfallen. (Foto: Flickr/Steve Johnson/CC by 2.0)

Bis zu 60.000 Jobs sollen durch die Industrie 4.0 wegfallen. (Foto: Flickr/Steve Johnson/CC by 2.0)

Die bevorstehende Digitalisierung in deutschen Fabrikhallen, die sogenannte Industrie 4.0, könnte nach Prognosen von Arbeitsmarktforschern bis zu 60.000 Jobs kosten. Zwar dürften mit dem digitalen Wandel in der Produktion in den kommenden Jahren in Deutschland rund 430.000 neue Arbeitsplätze entstehen. In derselben Zeit gingen aber voraussichtlich 490.000 meist einfachere Jobs verloren, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

„Es kommt zu einer deutlichen Umschichtung von Arbeitsplätzen. Dabei werden vor allem Beschäftigte, die heute Maschinen und Anlagen bedienen, betroffen sein“, prognostiziert Arbeitsmarktforscher und Mitautor der Studie, Enzo Weber. Um die Veränderungen abzufedern, müssten Firmen frühzeitig gegensteuern. Gerade Facharbeiter, die bisher an den Produktionsstraßen mit Routinearbeiten beschäftigt sind, müssten rechtzeitig auf anspruchsvollere Aufgaben vorbereitet werden.

Unterdessen appellierte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) an kleine und mittlere Unternehmen, sich verstärkt dem digitalen Wandel zu öffnen. Mit Sorge habe er Umfragen zur Kenntnis genommen, wonach weniger als die Hälfte der kleinen und mittleren Unternehmen im Maschinenbau das Thema Digitalisierung als ihre Kernkompetenz bezeichneten, sagte Gabriel am beim bundesweit ersten Mittelstandstag zum Thema Industrie 4.0 in Kaiserslautern. „Das ist natürlich eine gefährlich Sichtweise.“ Denn den digitalen Wandel könne man genau so wenig aufhalten „wie das Wetter von morgen“.

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