Durchwachsener Sommer: Antalya verliert mehr als fünf Milliarden Dollar Umsatz

Die finanziellen Einbußen für die türkische Touristenhochburg Antalya könnten größer ausfallen, als bislang befürchtet. Branchenvertreter schätzen, dass sie die Einkommensverluste im Jahr 2015 auf mehr als fünf Milliarden US-Dollar belaufen könnten. Schuld an der Entwicklung sei ihnen zufolge vor allem der Rückgang russischer Touristen in der Stadt.

Aufgestellt wurde die düstere Prognose von Ali Kızıldağ, Leiter des türkischen Hotelmanager Verbandes (POYD). Seiner Ansicht nach stehe Antalya vor einem ernsten Rückgang der Tourismus-Einnahmen in diesem Jahr aufgrund der rückläufigen Zahl an russischen Touristen in der Stadt. Der Verlust werde seiner Ansicht nach nicht weniger als fünf Milliarden Dollar betragen.

Kızıldağ zufolge habe die Regierung eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Verluste in diesem Sektor zu überwinden, wie etwa mit 6000 Dollar geförderte Tankladungen für Flugzeuge, mit denen Veranstalter Gäste in die Türkei brächten.

Diese Maßnahmen helfen jedoch nicht dem russischen Markt, der in einer tiefen Wirtschaftskrise steckt. Es müssen andere Maßnahmen entwickelt werden, um den türkischen Tourismussektor noch attraktiver zu machen“, zitiert ihn die türkische Zeitung Hürriyet.

Wie Kizildag erklärt, habe die russische Regierung mehrere Programme geschaffen, um die Urlauber dazu zu bringen,  um die Ferien im eigenen Land zu verbringen. Das Ziel sei es, so die eigene Wirtschaft zu beleben. Auf der anderen Seite habe sich das jedoch negativ auf den Tourismus in Antalya ausgewirkt.

Die Zahl der russischen Touristen in Antalya sei in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 um 25 Prozentgegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2014  geschrumpft. Die finanziellen Verluste bedingt durch diesen Rückgang lägen bei rund 50 Prozent.

„Geschäftsleute in Antalya berichten von einem Rückgang ihres Handelsvolumens um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (…). Wir müssen uns diese finanziellen Verluste noch im Detail ansehen. Der Tourismussektor kann noch die gleichen Touristenzahlen wie im vergangenen Jahr erreichen. Es kann sogar zu einer Erhöhung der Zahl um ein bis zwei Prozent kommen. Doch in einem Land, in dem die Bettenkapazität ständig gewachsen ist, ist ein solcher leichter Antstieg nicht genug. Das ideale Wachstum liegt bei acht bis zehn Prozent, so der Fachmann.

Laut einem Bericht des Verbands der Hoteliers der Türkischen Riviera (AKTOB) ging die Zahl der Touristen in Antalya in den ersten neun Monaten des Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2014 um 5,1 Prozent auf 9,7 Millionen zurück. Ein Anstieg in der Zahl der deutschen Touristen habe es der Stadt aber ermöglicht, seine Verluste bei den russischen Touristen zu kompensieren.

Schon zum Beginn der Sommermonate war klar: Das Geschäft mit den Türkeiurlaubern droht in diesem Jahr nicht ganz so rosig auszufallen wie sonst. Deutlich zu spüren bekam den Rückgang der russischen Gäste bereits zu dieser Zeit vor allem der türkische Ferienort Antalya. Nach offiziellen Angaben ging die Zahl der russischen Touristen allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Dieses Schicksal gebürt in dieser Saison zwar nicht nur der Türkei – immerhin ging die Reisefreude der Russen nach Angaben des Russischen Staatlichen Statistikamtes (Rosstat) im ersten Quartal 2014 in Gänze um 40,3 Prozent zurück – doch die Folgen fallen hier empfindlich aus. Der bislang beliebten Urlaubsregion könnten in der Saison 2015 finanzielle Einbußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar drohen, so die Prognose bereits im Mai (mehr hier).

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