Drama in Istanbul: Zwölf Menschen sterben durch gepanschten Alkohol

In Türkei hat es nun erneut Todesfälle in Zusammenhang mit gepanschtem Alkohol gegeben. In Istanbul starben jetzt gleich zwölf Personen. Einige Menschen schwebten in Lebensgefahr, nachdem sie den selbst gebrannten Alkohol getrunken hätten.

Wie die türkische Nachrichtenagentur DHA berichtet, seien 15 Verdächtige  festgenommen worden. Die Polizei führte Razzien in Fatih, Küçükçekmece, Bağcılar, Esenler und Gaziosmanpaşa durch. Die ersten Vergiftungsfälle seien demnach am vorvergangenen Sonntag registriert worden. Der Nachrichtenagentur zufolge sei der illegale Schnaps als so genannter «bulgarischer Raki» weit unter Marktpreisen verkauft worden. Die türkische Polizei warne davor, das Getränk zu sich zu nehmen.

Dem türkischen Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoğlu zufolge befänden sich neun Personen derzeit in kritischer Verfassung. Fünf lägen auf der Intentsivstation und 15 seien nach ihrer Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen worden, so die türkische Zeitung Hürriyet. Eingeliefert wurden die Patienten in den vergangenen drei Tagen mit Bauchschmerzen, Erbrechen und Sehbehinderungen.

Illegal hergestellter Alkohol forderte in der Türkei in den vergangenen Jahren mehrere Todesopfer. Im Jahr 2013 verurteilte ein Gericht in der türkischen Provinz Muğla vier Angeklagte zu 16 Jahren Haft für jeden der fünf russischen Touristen, die durch den gepanschten Alkohol der Täter ums Leben kamen. Hinzu kamen jeweils sieben Monate Haft für die anderen Touristen, die ebenfalls auf der einer Yacht vergiftet wurden, aber überlebten. Damit fiel auf jeden der vier vom Gericht schuldig gesprochenen Personen mehr als 80 Jahre Haft. Drei andere Personen, darunter der Besitzer der Yacht sowie zwei andere Mitglieder der Crew, wurden zu sieben jahren Haft verurteilt.

2011 wurden mehr als 60 Personen, die an einem Bootstrip teilgenommen hatten, mit Symptomen einer schweren Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Nacheinander starben insgesamt fünf Personen: Maria Shalyapina, 28, Auilia Zalyaeva, 22, Alexandr Zhuchkov, 24, Marina Sheveleva, 22, und Viktoria Nikoloeva, 22 (hier). Der Vorfall führte in der Türkei endlich zu schärferen Kontrollen (hier).

Es ist nicht das erste Mal, dass gepanschter Alkohol in der Türkei zu Todesopfern führt. 2009 starben drei deutsche Berufsschüler. Die Schuldigen wurden beide zu lebenslanger Haft verurteilt (mehr hier).

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