Fuat Capa rechnet mit der Schweiz ab

Alles Friede, Freude, Eierkuchen in der Schweizer Provinz? Von wegen: Am vergangenen Wochenende wurde der türkische Cheftrainer Fuat Capa entlassen, trotz einer bislang guten Saison. Jetzt klärt Capa auf: Türken werden wie Dritte-Welt-Bürger behandelt.

Der Schweizer Zweitligist FC Wil 1900 spielt eine ordentliche Saison, belegt nach 13 Spieltagen den zweiten Tabellenplatz (20 Punkte). Mit Kapitän Egemen Korkmaz, Andre Santos, Ferhat Cökmüs, Selcuk Sahin, Ergün Berisha, Kagan Söylemezgiller, Endogan Adilli, Erhan Yilmaz und Mert Nobre spielen zahlreiche Türken und ehemalige Süper-Lig-Akteure beim kleinen Klub. Alles Friede, Freude, Eierkuchen also? Von wegen!

Denn bis zum vergangenen Wochenende war der Cheftrainer Fuat Capa, der ebenfalls in der Spor Toto Süper Lig arbeitete (u.a. Genclerbirligi, Kasimpasa, Kayseri Erciyesspor, Antalyaspor). Jetzt klärt Capa auf: Türken würden in der Schweiz wie „Bürger aus Dritte-Welt-Staaten“ behandelt!

Capa wütend: „Wir wurden vom Verband schikaniert!“

Was ist geschehen? Gegenüber türkischen Pressevertretern, die der FC Wil 1900 zu Gast hatte, sprach der 47-Jährige in der letzten Woche von „bewusster Schikane“. Bis zu seiner Entlassung sei es nicht möglich gewesen, dass Capa mit seinen Co-Trainern Levent Zorluer und Bülent Kayitken gemeinsam das Team betreut. „Ich habe mit beiden jahrelang zusammengearbeitet, wir sind ein eingespieltes Gespann“, sagte Capa, um dann nachzulegen: „Doch beide hatten als türkische Trainer nicht die entsprechenden UEFA-Lizenzen, die man in der Schweiz braucht. Das ist eigentlich kein Problem, die Klubs sorgen dafür, dass man an Kursen teilnimmt. Doch der Verband lehnte es bei den beiden ab.“

Türkische Trainerlizenzen so wertlos wie die aus Eritrea?

Dann der Hammer: „Die Trainer-Lizenzen, die man ihnen als Anerkennung für ihre TFF-Lizenzen gab, waren gleichgesetzt mit Lizenzen aus Dritte-Welt-Nationen. Deshalb war die Arbeitsgenehmigung nicht da.“ Capa selbst habe nur arbeiten dürfen, weil er als belgischer Staatsbürger die Voraussetzungen umgehen konnte. „Sonst hätte ich in Wil wohl nicht trainieren dürfen.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.