Trabzon: Haciosmanoglu teilt aus

Mit dem Frust des nichtgegebenen Handelfmeters in der Nachspielzeit brachen im Avni Aker nach dem Schlusspfiff alle Dämme. Während die Trabzonspor-Akteure Referee Cagatay Sahan attackierten, hatte der türkische Unparteiische zudem noch mit dem wütenden Trabzon-Anhang zu kämpfen. So konnte Sahan das Stadion erst ganze vier Stunden nach Spielschluss verlassen, zuvor hatten mehr als 500 Zuschauer den Schiedsrichterausgang blockiert und warteten wutentbrannt auf den Referee.

Präsident Ibrahim Haciosmanoglu ging nach der Partie ebenfalls nicht zimperlich mit dem Unparteiischen um und fand harte Worte gegen Sahan und den türkischen Verband. GazeteFutbol.de hat die Reaktionen nach dem umkämpften 2:2-Remis gesammelt…

Ibrahim Haciosmanoglu, Präsident Trabzonspor

„Ich weiß nicht, über was ich heute sprechen sollte. Damit Trainer Hamza [Hamzaoglu] nicht entlassen wird, wurde ein Spiel gegen uns gespielt. Diejenigen, die das inszeniert haben, sollen sich erklären. Es hat keinen Sinn, uns weiter in der Liga zu halten, stattdessen sollten wir in die zweite oder dritte Liga. Wenn die Leute mit uns spielen wollen, werden wir ab jetzt auch mit ihnen spielen. Es hat offensichtlich den Anschein, dass die Schiedsrichter uns stoppen sollen. Von nun an wird die Türkei sehen, was alles passieren wird, denn wir sind hier in Trabzon. Wir werden das nicht mehr mit uns machen lassen. Wir sind keine Frauen, sondern Männer. Und werden auch wie Männer sterben.

[…] Ich rufe den Verbandspräsidenten an und bekomme keine Antwort. Wenn wir Galatasaray geschlagen hätten, wäre die Stimmung hier ganz anders. Doch zuerst muss man uns das erst erlauben. Erst lässt man Galatasaray ein Handtor schießen, danach heißt es, Trabzonspor hat Probleme. Keiner hat das Recht, mit dem Schicksal dieser Stadt zu spielen. Meine Fans sind da. Jetzt möchte ich sehen, wie sich der Schiedsrichter aus dieser Situation befreien will. Ich habe mir geschworen, meinen Job, den ich vor Jahren ausgeübt habe, nie wieder auszuüben. Anscheinend muss ich an meine alten Tage anknüpfen.“

Shota Arveladze, Trainer Trabzonspor

„Müde waren wir heute nicht, denn in der zweiten Hälfte haben wir besser gespielt. Über die Fehler möchte ich jetzt nicht sprechen. Leider konnten wir erst nach der Pause das zeigen, was wir zeigen wollten. Leider fangen wir auch erst an zu spielen, wenn wir in Rückstand geraten. Das müssen wir lösen. So konnten wir gerade mal einen Punkt ergattern.

[…] Ich möchte mir nicht angewöhnen, ständig über die Schiedsrichter zu sprechen. Die Situationen sind klar. Die Regeln müssen für alle Teams angewandt werden und nicht unterschiedlich nach Mannschaften und Spielern. Wir versuchen das Richtige zu tun, dann sollen die Schiedsrichter auch richtig pfeifen. Fehlentscheidungen kann es geben, doch wir haben auch interne Probleme, die wir lösen müssen.

[…] N`Doye war seit zwei Wochen krank und hat viel Antibiotika nehmen müssen. Zudem ist er erst seit drei Tagen im Training. Daher habe ich heute mit Deniz Yilmaz begonnen. Mehmet Ekici ist fit und fühlt sich gut, Allerdings hat er letzte Woche nur zwei Mal mit dem Team trainiert. Daher hat er heute nicht gespielt.“

Mutlu Topcu, Trainer Gaziantepspor

„Wir sollten uns mal die Gegentore genauer anschauen, ob Erdem beim Freistoß tatsächlich gefoult hat. Anschließend steht der Spieler im Abseits und behindert unseren Keeper. Schauen Sie sich das zweite Gegentor an und die Gelben Karten, die wir erhalten haben. Gegen Cardozo konnte der Schiedsrichter hingegen keine zwei Gelben Karten zeigen. Salih Dursun rennt von der Bank auf das Spielfeld und bekommt erst beim zweiten Vergehen Gelb. Ich kann dazu nichts mehr sagen. Wie viele Tore kann man noch aus dem Abseits heraus bekommen? Mir ist klar, dass stattdessen jetzt die ganze Zeit über den Elfmeter gesprochen wird.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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