Zwischenstand: AKP liegt deutlich vorne

Stand der Dinge 16:41 Uhr: Türkischen Medienberichten zufolge ist die Hälfte der abgegebenen Stimmen ausgezählt worden. Die islamisch-konservative AKP liegt deutlich vorne. Mit 333 Sitzen kann die AKP alleine regieren. Nach jetzigem Stand schafft die pro-kurdische HDP erneut den Sprung ins Parlament.

Zwischenstand (Graphik: Türkischer Nachrichtensender NTV)

Zwischenstand (Graphik: Türkischer Nachrichtensender NTV)

Die AKP liegt zwar nach den bisherigen Teilergebnissen deutlich vorne. Noch ist es aber zu früh, daraus ein belastbares Endresultat abzulesen. In vielen großen Städten sind erst wenige Stimmen ausgezählt. Und am stärksten ist die AKP in ländlichen Gebieten in Anatolien, wo die Auszählung zum Teil bereits beendet ist.

Wie der türkische Nachrichtensender NTV soeben im Kurznachrichtendienst Twitter als Zwischenergebnis meldet, liegt die pro-kurdische HDP nach 83 Prozent der ausgezählten Stimmen unter der 10-Prozent-Hürde.

Die Umfragen hatten ein anderes Ergebnis vorausgesagt. Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP liegt den Teilergebnissen zufolge überraschend deutlich vorne. Sollte sich dieser Trend bestätigen, hätte die AKP die im Juni verlorene absolute Mehrheit wieder zurückerobert. Sollte die HDP nicht ins Parlament kommen, würde die AKP davon mit Abstand am meisten profitieren. Dann könnte sie sogar die notwendige Mehrheit für ein Verfassungsreferendum erreichen. Dafür sind 60 Prozent der 550 Sitze im Parlament notwendig. Erdogan will per Verfassungsänderung ein Präsidialsystem in der Türkei einführen. Die Mitte-Links-Partei CHP kommt diesen Teilergebnissen zufolge auf gut 23 Prozent, die ultrarechte MHP auf mehr als 11 Prozent.

Stand der Dinge 17.03 Uhr: Es wird noch ausgezählt und das ist das derzeitige Stimmenbild im Land. Die Karte von CNN Türk zeigt, welche Partei wo in Führung liegt. Gelb wohin das Auge reicht, die AKP. Im Südosten der Türkei dominiert klar die pro-kurdische HDP, für die Republikanische Partei CHP wird vor allem im Westen des Landes gestimmt. Die rechtsnationale MHP mir herben Verlusten und nirgends ganz vorne.

Die Karte von CNN Türk zeigt die bisherige Verteilung. (Graphik: cnnturk.com)

Die Karte von CNN Türk zeigt die bisherige Verteilung. (Graphik: cnnturk.com)

Wie der türkisches Staatssender TRT berichtet, ist auch in diesen Minuten mit der Stimmenauszählung begonnen worden, die im Ausland abgeben wurden. 2,9 Millionen Türken konnten bereits zuvor ihre Stimme in Botschaften und Konsulaten abgeben. 40 Prozent machten davon Gebrauch:

Die Euphorie scheint sich diesmal jedoch in Grenzen zu halten:

Von den 550 Parlamentsmandaten der Nationalversammlung fällt jeweils ein Mandat auf eine der 81 Provinzen. Wer in einer Provinz die meisten Stimmen erhält, zieht direkt ins Parlament ein – vorausgesetzt die eigene Partei konnte insgesamt zehn Prozent erringen. Die weiteren 467 Mandate werden je nach Einwohnerzahl auf die Provinzen verteilt – wovon besonders die bevölkerungsreichen Städte profitieren.

· Mit 276 Sitzen kann eine Partei alleine regieren. Um die Verfassung zu ändern, ist eine Zweidrittelmehrheit (367 Abgeordnete) nötig. Eine 60-Prozent-Mehrheit (330 Abgeordnete) reicht allerdings aus, um das Volk in einem Referendum über eine Verfassungsänderung abstimmen zu lassen.

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