Fast 60 Prozent der Türken in Deutschland wählten AKP

Bei der Neuwahl zum Parlament in der Türkei hat die islamisch-konservative Regierungspartei AKP bei den türkischen Wählern in Deutschland überproportional gut abgeschnitten. Auf die AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seien 59,7 Prozent der in der Bundesrepublik abgegebenen Stimmen entfallen. Insgesamt kam die AKP bei der Wahl vom Sonntag auf 49,5 Prozent der Stimmen.

Die Nachrichtenagentur Anadolu hat eine Übersicht über das Wahlverhalten im Ausland zusammengestellt. (Screenshot http://secim.aa.com.tr)

Die Nachrichtenagentur Anadolu hat eine Übersicht über das Wahlverhalten im Ausland zusammengestellt. (Screenshot http://secim.aa.com.tr)

Die pro-kurdische HDP wurde in Deutschland diesen vorläufigen Ergebnissen zufolge mit 15,9 Prozent zweitstärkste Kraft (Gesamtergebnis: 10,8 Prozent). Die Mitte-Links-Partei CHP kam auf 14,8 Prozent (25,3 Prozent), die ultrarechte MHP auf 7,5 Prozent (11,9 Prozent). Rund die Hälfte der 2,9 Millionen wahlberechtigten Türken im Ausland lebt in Deutschland, berichtete die staatsnahe Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

So sah das Wahlverhalten in Deutschland aus. (Screenshot http://secim.aa.com.tr)

So sah das Wahlverhalten in Deutschland aus. (Screenshot http://secim.aa.com.tr)

Unter allen im Ausland lebenden Türken kam die AKP auf 56,2 Prozent, die HDP auf 18,2 Prozent. Die CHP holte 16,4 Prozent, die MHP 7,1 Prozent. Die AKP hatte bei der Wahl am Sonntag überraschend die absolute Mehrheit zurückerobert und kann nun wieder alleine regieren.

Bereits eine Woche vor den Neuwahlen waren klar: Im Vergleich zu den Parlamentswahlen am 7. Juni hat das Interesse an den Neuwahlen am 1. November deutlich zugenommen. 233.000 im Ausland lebende Wähler mehr sollen bislang abgestimmt haben. Damit hat die Beteiligungsquote 43,7 Prozent erreicht.

Die Zahl der Stimmen allein in Deutschland, die Heimat der größten türkischen Gemeinde außerhalb der Türkei, habe sich um 100.000 Stimmen und damit um 19 Prozent erhöht. In den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Großbritannien
gingen jeweils 37, 000, 30000, 9000 und 7000 Türken zur Wahl. Allein in Deutschland soll es 90 Wahlstationen gegebe haben. Hier seien immerhin 1.41 Millionen registrierte türkische Wähler zuhause. Insgesamt waren 32.000 im Ausland lebende Türken mehr zur Wahl zugelassen als noch am  7. Juni.

Türkischen Wähler konnten ihre Stimmen zwischen dem 5. und 28. Oktober in 54 Ländern und 113 türkische Vertretungen abgeben, so die türkische Zeitung Sabah. Türkische Bürger, die im Ausland registriert seien, könnten ihre Stimmen demnach auch bis 17 Uhr des Wahltages an den Zollstationen abgeben. Die Stimmzettel würden bereits an diesem Dienstag von Charterflugzeugen in die Türkei geflogen, um dann vor Ort ausgezählt zu werden.

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