Wirtschaftsinstitut: Flüchtlinge tragen schon bald zum Wohlstand bei

Zwar seien 90 Prozent der Flüchtlinge in den ersten beiden Jahren arbeitslos, aber schon nach fünf bis sieben Jahren erwirtschaftet ein Flüchtling mehr als er den Staat kostet, so der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung.

EIne reine Fixierung auf die staatlichen Kosten sei irreführend, so der DIW-Präsident. (Foto: Flickr/Metropolico.org/CC sa 2.0)

EIne reine Fixierung auf die staatlichen Kosten sei irreführend, so der DIW-Präsident. (Foto: Flickr/Metropolico.org/CC sa 2.0)

Flüchtlinge tragen nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) schon nach wenigen Jahren zum Wohlstand in Deutschland bei. Er bezeichnete es als „schockierend“, wie einseitig die Debatte in Deutschland über Flüchtlinge geführt werde. Der Fokus liege allein auf angeblich drohenden Steuererhöhungen und sonstigen Zahlungen, sagte Fratzscher der Welt. Denn genau diese enge Fokussierung auf die staatlichen Kosten ist doch verkürzt. Aus dieser Sicht wäre auch die Hälfte aller Deutschen für den Staat ein Verlustgeschäft. Diese Perspektive ist irreführend.

Dabei würden Flüchtlinge Einkommen schaffen, die Unternehmenserträge steigern und die Produktivität der Firmen erhöhen. „Davon profitieren auch ihre deutschen Kollegen“, so Fratzscher:

Fratzscher: Ja, die Integration wird teuer und viele Jahre dauern. Die Erfahrung zeigt, dass in den ersten beiden Jahren wohl 90 Prozent aller anerkannten Flüchtlinge arbeitslos sein werden, und nach fünf Jahren könnten es noch 50 Prozent sein. Außerdem sind die Flüchtlinge im Schnitt nicht so produktiv wie deutsche Arbeitskräfte. In unseren Berechnungen gehen wir davon aus, dass sie nur zwei Drittel von dem eines deutschen Arbeitnehmers erwirtschaften.

Die Welt: Und trotzdem schaffen Flüchtlinge einen wirtschaftlichen Mehrwert?

Fratzscher: Ja, Flüchtlinge schaffen Einkommen, steigern die Unternehmenserträge und erhöhen die Produktivität der Firmen. Davon profitieren auch ihre deutschen Kollegen. Und schließlich steigern die neuen Mitbürger die Nachfrage. Nach unseren Berechnungen erwirtschaftet ein Flüchtling nach fünf bis sieben Jahren mehr, als er den Staat kostet.

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