UN rechnen im Winter mit 5000 Flüchtlingen täglich über Türkei

Die Vereinten Nationen rechnen auch in den Wintermonaten mit einem anhaltenden Flüchtlingsstrom nach Europa. Von November bis Februar sei mit täglich bis zu 5000 Flüchtlingen zu rechnen, die über die Türkei einreisten, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Donnerstag mit.

Der Winter dürfte das Leiden der in Griechenland eintreffenden Menschen noch verschärfen. Wenn nichts getan werde, sei mit weiteren Todesopfern zu rechnen. In seinem Appell bat das Hilfswerk um gut 96 Millionen Dollar zusätzlich. Mit dem Geld sollten Griechenland, Kroatien, Serbien, Slowenien und Mazedonien unterstützt werden. Damit würde ihre Gesamtsumme zur Bewältigung der Flüchtlingskrise auf 172,7 Millionen Dollar steigen.

Die von der EU berechneten Kosten von jährlich einer Milliarde Euro für Flüchtlinge seien übrigens völlig untertrieben. Wen man Ausbildung und Grundbedürfnisse dazurechnet, verzwanzigfacht sich diese Summe, so George Soros in einem Kommentar.

Die EU hatte seit vielen Monaten mit den Balkan-Staaten und der Türkei verhandelt, damit diese Staaten die Flüchtlinge in einer Art Wartesaal aufnehmen. Die EU wollte dafür bezahlen – aber offenbar nicht genug. Außerdem dauerten die Verhandlungen zu lange. Nun fordert die Türkei mindestens drei Milliarden Euro – als erste Tranche.

CDU und CSU unterstützen ein EU-Abkommen mit der Türkei, dass auch eine Visa-Liberalisierung und die Ausweitung der Beitrittsverhandlungen vorsieht. Im Gegenzug soll die Türkei den Flüchtlingszustrom begrenzen.

Die Berechnungen aus Brüssel gehen von jährlichen Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro aus – doch das ist wohl deutlich untertrieben. Denn wenn Bildung, Ausbildung oder andere Grundbedürfnisse dazugerechnet werden, erhöhen sich die jährlichen Kosten auf etwa 20 Milliarden Euro, so George Soros in einem Kommentar bei Project Syndicate. Eine Möglichkeit, dass Geld hereinzuspielen, seien Sonderwirtschaftszonen in der Türkei mit bevorzugtem Handelsstatus in der Region – inklusive Tunesien und Marokko. So sollen die Investitionen anziehen und Arbeitsplätze für Einheimische und Flüchtlinge geschaffen werden, so Soros.

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