Militär-Imame für die Bundeswehr? – Von der Leyen prüft Bedarf

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen prüft die Einsetzung von Militär-Imamen für die Muslime in der Bundeswehr. Es sei eine Frage der Logistik, weil die Soldaten muslimischen Glaubens weit verstreut lebten und arbeiteten.

«Wir stehen solchen Gedanken offen gegenüber», sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Wir sind im Augenblick dabei zu prüfen, wie groß der Bedarf in der Bundeswehr dafür ist und welche Alternativen zur Auswahl stehen.» Es sei eine Frage der Logistik, weil die Soldaten muslimischen Glaubens weit verstreut lebten und arbeiteten.

Die Bundeswehr hat katholische und evangelische Militärbischöfe und –pfarrer, die den Soldaten unter anderem im Einsatz geistlichen Beistand leisten. Über die Zahl der Muslime in der Bundeswehr gibt es keine verlässlichen Angaben, da die Soldaten ihre Religionszugehörigkeit nicht angeben müssen. Die letzten Schätzungen lagen bei 1600 Muslimen unter den insgesamt rund 177 000 Soldaten.

Von der Leyen betonte, welche wichtige Rolle Soldaten ausländischer Abstammung gerade jetzt in der Flüchtlingskrise spielten. «Ich erlebe jetzt junge Soldaten, die Hervorragendes leisten als Sprachmittler, weil sie die arabische Sprache fließend beherrschen. Das zeigt, wie gut Vielfalt tut.»

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) unterstützt den möglichen Einsatz von Militär-Imamen in der Bundeswehr. «Wir begrüßen sehr, dass sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen dieser Frage angenommen hat, und wir freuen uns auf ein demnächst geplantes Gespräch mit ihr zu diesem Thema», sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Einstellung von Seelsorgern für die rund 1600 muslimischen Soldaten wäre seiner Ansicht nach ein «wichtiges integrationspolitisches Signal». Die Geistlichen müssten Deutsch sprechen.

Von der Leyen (CDU) hatte erklärt, ihr Ministerium prüfe aktuell, wie groß der Bedarf für Imame in der Bundeswehr sei und wie ihr Einsatz gegebenenfalls organisiert werden könne. Die muslimischen Soldaten sind eine kleine Gruppe unter den insgesamt rund 177 000 Soldaten. Sie leben und arbeiten an vielen verschiedenen Standorten.

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