Protest gegen Steinigung von junger Afghanin in Kabul

Dutzende afghanische Aktivisten haben am Freitag in Kabul gegen die Steinigung einer jungen Frau protestiert. "Wir schämen uns für die Ungerechtigkeit, die Korruption und die Ignoranz, die in unserem Land herrschen", sagte die Frauenrechtlerin Humaira Sakib. Die afghanische Bevölkerung müsse ihre Stimme gegen solche Verbrechen erheben, forderte die Journalistin Farahnas Frutan. Die Demonstranten riefen Parolen wie "Tod den Taliban! Tod den Verbrechern! Tod den Feinden Afghanistans!".

Die etwa 20 Jahre alte Frau namens Rochsana war Ende Oktober in der zentralen Provinz Ghor wegen Ehebruchs gesteinigt worden, so die AFP. Auf einem Video der Hinrichtung war zu sehen, wie Männer Steine auf das in einem Erdloch sitzende Opfer werfen.

Nach Angaben der Behörden in Ghor waren die radikalislamischen Taliban, welche die Region rund um die Provinzhauptstadt Firoskoh kontrollieren, sowie örtliche Religionsführer und bewaffnete Kriegsherren für die Tat verantwortlich. Präsident Aschraf Ghani nannte die Hinrichtung „unislamisch und kriminell“ und ordnete eine Untersuchung an.

Trotz Reformen seit dem Sturz der Taliban 2001 ist Gewalt gegen Frauen in der afghanischen Gesellschaft noch immer weit verbreitet. Im März war eine Frau mitten in Kabul verprügelt und dann angezündet worden, weil ihr fälschlicherweise vorgeworfen worden war, sie habe einen Koran verbrannt.

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