Zehn Jahre Planung und Kompromisse: Zweite Moschee für Fürstenfeldbruck

Nach mehr als zehn Jahren Planung soll Fürstenfeldbruck nun endlich eine zweite Moschee erhalten. Der Türkisch-Islamische Verein Ditib konnte die Klage eines Nachbarn gegen das Vorhaben abwenden. Baubeginn soll nun im Mai 2016 sein.

Streitpunkt in Fürstenfeldbruck war zuletzt ein Minarett wie dieses. (Foto: Flickr/ Travnik by Brenda Annerl CC BY 2.0)

Streitpunkt in Fürstenfeldbruck war zuletzt ein Minarett wie dieses. (Foto: Flickr/ Travnik by Brenda Annerl CC BY 2.0)

Die zweite Moschee der Stadt, neben der Mevlana-Moschee, soll in der Augsburger Straße neben dem Volksfestplatz entstehen. Verzögert wurde das Vorhaben durch die Klage eines Nachbarn vor dem Verwaltungsgericht. Durch Kompromissbereitschaft und ein verschobenes Minarett konnte der Ditib diese abwenden.

„Zuletzt, das heißt seit rund zwei Jahren, wurde das Bauvorhaben durch die Klage eines Nachbarn verhindert. Dieser störte sich am vorgesehenen Standort des Minaretts an der rückwärtigen Gebäudeseite“, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Nachbar habe befürchtet, dass ein Schatten auf sein Haus falle. Nun werde Turm nach Auskunft der Stadt Fürstenfeldbruck etwa zwölf Meter näher in Richtung Augsburger Straße gebaut. Die Höhe sei außerdem von dem Königsbrunner Architekten Horst Wüst von 18,20 auf 17,58 Meter reduziert worden.

„Ein Muezzin wird das an der breitesten Stelle zwei Meter Durchmesser fassende Minarett aber nicht besteigen, um die Gläubigen mehrmals täglich zum Gebet zu rufen. In Fürstenfeldbruck hat der Turm, der niedriger sein wird als der höchste Kirchturm, rein symbolischen Charakter“, so das Blatt weiter.

Das Grundstück für das Bauvorhaben wurde bereits 2002 gekauft, ein erster Plan liegt seit 2004 vor. Nun müsse noch einmal neu mit den ausführenden Baufirmen verhandelt werden, die noch auf dem Stand von 2013 wären. Die neuesten Kostenschätzungen lägen demnach bei 1,5 Millionen Euro. Der Verein hoffe jedoch auf eine Kostenersparniss durch Eigenleistungen der Mitglieder. Bereits jetzt stünden außerdem rund 300.000 Euro an Spendengeldern zur Verfügung.

Gebaut werden soll etwa eineinhalb bis zwei Jahre. „Bis es losgeht, haben die rund 100 Mitglieder aber noch ein anderes Problem: Sie müssen eine Bleibe für etwa zwei Jahre finden“, berichtet der Merkur. „Wir brauchen einen Ort zum Beten, auch weil mittlerweile viele Flüchtlinge zu uns kommen“, zitiert das Blatt Mehmet-Akif Nemutlu, Ehren-Vorsitzender des Vereins. Es könnten sich nicht alle Anhänger des Ditib einfach in der Moschee im Brucker Westen niederlassen. Dafür sei der Platz zu knapp. Und: „Wir müssen außerdem sehen, wo der Imam und seine Familie unterkommen, die momentan noch in dem alten Haus wohnen.“

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