Dresscode für Schüler: Schule will Jogginghosen verbieten

Eine Schulleiterin in Schwaben will dem Schlabberlock ihrer Schüler den Kampf ansagen. Die Pädagogin der Glemstalschule in Schwieberdingen hat vor, das Tragen von Jogginghosen in Zukunft zu verbieten. Die meisten Schüler und Eltern würden angeblich hinter ihr stehen, heißt es.

Nach Ansicht einer Schulleiterin tauen Jogginghosen maximal für die Couch. (Foto: Flickr/Relaxation by Jeremy Atkinson CC BY 2.0)

Nach Ansicht einer Schulleiterin tauen Jogginghosen maximal für die Couch. (Foto: Flickr/Relaxation by Jeremy Atkinson CC BY 2.0)

Nach Ansicht von Schulleiterin Sandra Vöhringer haben Jogginghosen nichts auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer zu suchen. Bereits für Anfang Dezember kündigte sie deshalb eine Arbeitsgruppe an, in der Lehrer, Eltern und Schüler gemeinsam über das Thema beraten sollen.

Die Pädagogin argumentiert: „Es würde ja auch kein Schüler so zum Praktikum gehen.“ Geeignet sei ein solches Kleidungsstück höchstens für zuhause. Manche jungen Leute sehen das aber anders. „So eine Jogginghose begleitet manche Jungs die ganze Woche“, zitiert sie der Spiegel.

In ihrer Schulgemeinschaft schockiert ihr Ansinnen offenbar nicht. Sowohl von Seiten der Eltern als auch der Schüler habe es positive Signale gegeben. Nicht wenige würden eine Kleiderordnung befürworten, heißt es. Entsprechend befasse sich die Arbeitsgruppe auch mit weitaus mehr, als nur der Jogginghose. Dreh- und Angelpunkt soll eine Diskussion darüber sein, was angemessene Kleidung für die Schule sei.

Ähnliche Bestrebungen gab es 2013 übrigens auch in der Türkei. Allerdings ging es hier um Mini-Röcke, die den Mädchen einer Schule als Teil der Schul-Uniform verboten werden sollten. Die Jugendlichen in Antalya ließen das nicht auf sich sitzen. Aus Protest schlüpften zahlreiche junge Männer in die knappe Damenbekleidung und liefen so durch die Straßen (mehr hier).

Für die jugendlichen Demonstranten ist klar, warum die Schulleitug ein solches Verbot überhaupt eingeführt hat: „Das Problem ist, dass diejenigen mit reaktionären Ansichten den weiblichen Körper als sexuell anregend betrachten. Wenn Frauen kurze Röcke tragen, dann hätten Männer das Recht, sie anzuschauen und sie zu vergewaltigen. Eine solche Mentalität hat das geltende Verbot von Röcken in unseren Schulen verursacht“, zitiert die Hürriyet einen der jungen Demonstranten.

Von Seiten des Schulleiters Hayri Baş hörte sich das jedoch ganz anders an. Man hätte sich auf graue Hosen und weiße T-Shirts als Schuluniformen verständigt – und zwar für Mädchen und Jungen. Das Ganze sei von der Eltern-Lehrer-Vereinigung genehmigt worden. „Die Entscheidung wurde gemäß eines neuen Status getroffen. Man ist sich einig, dass unsere Kinder Uniformen tragen. Also haben wir beschlossen, dass Schüler und Schülerinnen Hosen zu tragen hätten. So sollen sich die Kinder wohler fühlen.“

Selbst wenn die jungen Leute mit ihrer Vermutung daneben liegen sollten, zeigt sich an ihrem Beispiel jedoch eines: Die türkische Jugend ist nicht länger bereit, gravierende Eingriffe in ihre Entscheidungsfreiheit hinzunehmen.

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