Neues Gesetz 2016: Keine Panik vor der „Kindergeldänderung“

Das ab 1. Januar 2016 gültige Gesetz zum Kindergeld sorgt für Verunsicherung unter Eltern. Dabei ist die Angst vor ausbleibenden Kindergeldzahlungen durch die Familienkassen unbegründet. Wer bislang Zahlungen erhalten hat, bekommt sie auch weiterhin.

Wer bisher Kindergeld bekommen hat, wird auch weiterhin Kindergeld bekommen. (Foto: Flickr/ kids by Marcin Moga CC BY 2.0)

Wer bisher Kindergeld bekommen hat, wird auch weiterhin Kindergeld bekommen. (Foto: Flickr/ kids by Marcin Moga CC BY 2.0)

Ein neues Gesetz soll ab 2016 Schummeleien beim Kindergeld verhindern. Eltern, die diese Unterstützung für ihren Nachwuchs in Anspruch nehmen möchten, müssen zum Jahresanfang alle Formalitäten feinsäuberlich erledigt haben. Für alle Anträge sind die Steuer-Identifikationsnummern von Kind und Antragsteller vorzulegen. Sorgen, künftig nichts mehr zu erhalten, sind allerdings unbegründet.

Das Thema löst derzeit offenbar große Ängste aus. Das Portal mimikama stellt deshalb noch einmal klar:

„Viele wird diese Umstellung gar nicht betreffen, da die Nummern eh schon vorliegen. Wenn nun der Familienkasse die Nummer des Kindes nicht vorliegt, jedoch bereits Kindergeld gezahlt wird, so wird die Familienkasse Ende 2016 die entsprechenden Eltern separat anschreiben. In diesem Fall sollte man spätestens handeln.

Ausbleibende Zahlungen wird es nicht geben! Wer bisher Kindergeld bekommen hat, wird auch weiterhin Kindergeld bekommen.“

Das neue Gesetz dient vor allem dazu, bisherige Betrügereien zu unterbinden. „In der Vergangenheit ist es des Öfteren zu Doppelzahlungen gekommen, wenn beide Eltern unabhängig voneinander das Kindergeld beantragt haben. Diese Schummelei soll nun verhindert werden. Seit einigen Jahren erhalten Kinder von Geburt an ihre Steuer-ID, diese wird künftig den Zahlungen zugeordnet“, berichtet der Berliner Kurier über den Hintergrund der Neu-Regelung.

Zu finden sind die fraglichen Nummern zum einen auf der elektronischen Lohnbescheinigung des Arbeitgebers. Die des Kindes wird in der Regel kurz nach der Geburt in einer Mitteilung vom Bundeszentralamt für Steuern verschickt. Wer sie verlegt, kann sich einfach an das Bundeszentralamt wenden, das kostenlos weiterhilft. Die Bearbeitung und Zusendung per Post dauert jedoch meist ein bis drei Monate.

Achtung: Die neue Regelung gilt unabhängig vom Geburtsdatum des Nachwuchses. „Auch Kinder, die vor 2008 geboren wurden, haben inzwischen eine Steuer-Identifikationsnummer“, so das Blatt. Liege eine Nummer nicht vor, melde sich die zuständige Familienkasse.

Können die Unterlagen nicht bis zum 1. Januar 2016 bei der Behörde sein, zeige die sich übrigens eine Weile kulant. Auf den Seiten der Arbeitsagentur heißt es hierzu:

„Grundsätzlich werden die Familienkassen es nicht beanstanden, wenn die Steuer-Identifikationsnummern im Laufe des Jahres 2016 nachgereicht werden. Die in verschiedenen aktuellen Publikationen verbreitete Meldung, dass eine Kindergeldzahlung eingestellt wird, wenn bis zum 1.1.2016 keine Mitteilung der Steuer-Identifikationsnummer vorliegt, ist unzutreffend.“

Und auch das Bundeszentralamt für Steuern schreibt:

„Grundsätzlich werden die Familienkassen es nicht beanstanden, wenn die Steuer-Identifikationsnummern im Laufe des Jahres 2016 nachgereicht werden. Ohne Vorliegen der Steuer-Identifikationsnummern sind die gesetzlichen Voraussetzungen zum Kindergeldbezug jedoch nicht erfüllt. Erhält die Familienkasse die Steuer-Identifikationsnummern nicht, ist sie gesetzlich verpflichtet, die Kindergeldzahlung zum 1. Januar 2016 aufzuheben und das seit Januar 2016 gezahlte Kindergeld zurückzufordern.“

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