Neues Gesetz: So vermeiden Sie den Verlust des Kindergelds

Stichtag 1. Januar 2016: Dieses Datum hat viele Eltern aufgeschreckt. Denn dann tritt ein neues Gesetz in Kraft, das die Angabe der Steueridentifikationsnummern des Antragsstellers und des Kindes verlangt. Kindergeldbezieher müssen allerdings nichts überstürzen. Die Identifikationsnummern können noch monatelang nachgereicht werden.

Konsequenzen für die Auszahlung haben fehlende Nummern zunächst auf keinen Fall, versichert die BA. (Foto: Flickr/Kid. by Lauren Hammond CC BY 2.0)

Konsequenzen für die Auszahlung haben fehlende Nummern zunächst auf keinen Fall, versichert die BA. (Foto: Flickr/Kid. by Lauren Hammond CC BY 2.0)

Ab 1. Januar 2016 müssen sämtliche Kindergeldbezieher der Familienkasse ihre Steueridentifikationsnummern mitteilen, wenn sie weiter Leistungen erhalten wollen. Diese Nachricht hat viele aufgeschreckt. Aber es besteht kein Grund zur Aufregung: In den meisten Fällen haben die Behörden die Nummern schon, ansonsten können sie noch das ganze Jahr nachgereicht werden. Das berichtet die AFP.

Worum geht es überhaupt?

Mit der neuen Bestimmung sollen nach Angaben der zuständigen Bundesanstalt für Arbeit (BA) mögliche Doppelzahlungen verhindert werden. Deshalb müssen bei der Familienkasse die Steueridentifikationsnummern des Kindes und des beantragenden Elternteils ab Anfang des kommenden Jahres zwingend im System hinterlegt werden.

Neue Anträge enthalten ohnehin Felder, in denen diese Daten schon eingetragen werden. Auch in den meisten Alt-Fällen wurden die Kennzahlen der Behörde zufolge über die Jahre bereits durch Routineabgleiche erfasst und liegen deshalb ohnehin bereits vor. Handeln müssen nur diejenigen, bei denen dies noch nicht der Fall ist – und auch die haben dafür eben noch monatelang Zeit.

Wie werde ich im Fall der Fälle aktiv?

Kindergeldbezieher, die ihre Steuernummern noch nicht übermittelt haben, können diese nach den Angaben der Behörden in aller Ruhe im Laufe des Jahres 2016 bei ihrem nächsten regulären schriftlichen Kontakt mit der Familienkasse nachreichen oder aber in einem formlosen Schreiben dort bekanntgeben. Telefonisch geht es nicht.

Konsequenzen für die Auszahlung haben fehlende Nummern zunächst auf keinen Fall, versichert die BA. Das wird sich aber ändern, wenn diese bis Ende 2016 immer noch nicht vorliegen. Dann wird die Behörde entsprechend ihrer Vorgaben Kindergeldzahlungen einstellen und die für das Jahr schon überwiesenen Beträge zurückfordern, weil dann von einem unberechtigten Bezug ausgehen muss.

Wo finde ich die Steueridentifikationsnummern?

Die Nummern werden seit 2008 vom Bundeszentralamt für Steuern für alle in Deutschland gemeldeten oder hier steuerpflichtigen Personen auf Lebenszeit vergeben und ändern sich nie. Alle Bürger werden über ihre Nummer durch ein Schreiben dieser Behörde informiert, Kinder automatisch nach der Geburt. Erwachsene finden ihre Steueridentifikationsnummer außerdem auch auf ihrem Steuerbescheid oder auf ihrer Lohnsteuerbescheinigung.

Sollte sich die Identifikationsnummern gar nicht mehr rekonstruieren lassen, kann jeder Bürger sie jederzeit auch beim Bundeszentralamt für Steuern neu anfordern. Aus Datenschutzgründen geht das aber lediglich schriftlich, nicht telefonisch oder per E-Mail und kann unter Umständen einige Zeit dauern.

Was mache ich bei Rückfragen?

Die BA hat wichtige Informationen zum Kindergeld im Internet zusammengestellt, das Bundeszentralamt für Steuern hat online eine Frage- und Antwortrubrik rund um die Neuregelung verfasst, die auch auf speziellere Konstellationen und Detailfragen eingeht. Ansonsten können sich Betroffene jederzeit auch an die bekannte Servicetelefonnummer der Familienkasse wenden.

+++ Weitere Informationen unter: http://www.bzst.de/DE/Steuern_National/Kindergeld_Fachaufsicht/Kindergeldberechtigte/FAQ/KG_Berechtigte_FAQ_IDNr_node.html

und

https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/FamilieundKinder/KindergeldKinderzuschlag/index.htm

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