Ermittler verfolgen nach Pariser Anschlägen heiße Spur nach Belgien

In Belgien ist es nach den Anschlägen von Paris zu mehreren Festnahmen gekommen. Ausschlaggebend war ein Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen, dass die französische Polizei in der Nähe eines Tatorts vorfand. Nach Angaben aus belgischen Ermittlungskreisen könnte ein Teil der Pariser Attentäter aus Belgien eingereist und dort von Mittätern unterstützt worden sein.

Die Polizei fahndet auch in Brüssel. (Screenshot YouTube)

Die Polizei fahndet auch in Brüssel. (Screenshot YouTube)

Nach den Pariser Anschlägen verfolgen die Ermittler eine  heiße Spur Richtung Belgien: Die Pariser Staatsanwaltschaft habe in vier  Fällen um Amtshilfe gebeten, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am  Samstagabend mit. Die Polizei nahm in Brüssel mehrere Verdächtige fest. Die  Festnahmen hingen zusammen mit einem in Belgien gemieteten Polo, der vor dem  Pariser Konzertsaal Bataclan gefunden wurde, sagte Justizminister Koen Geens.

Der Polizeieinsatz in Brüssel betraf das Stadtviertel Molenbeek. Nach  Medienberichten sollen in dem Polo, der in Paris gefunden wurde, Parktickets  aus Molenbeek entdeckt worden sein. Nach Angaben aus belgischen  Ermittlungskreisen könnte ein Teil der Pariser Attentäter aus Belgien  eingereist und dort von Mittätern unterstützt worden sein. Mehrere Augenzeugen  in Paris sagten, ein Teil der Angreifer sei in einem Auto mit belgischem  Kennzeichen eingetroffen.

Es bestehe der Verdacht, dass einer der in Molenbeek Festgenommenen sich am  Freitagabend in Paris aufgehalten habe, sagte Regierungschef Charles Michel.  Zur Identität des Mannes, der den Wagen mietete, gab es unterschiedliche  Angaben. Der belgische Justizminister sprach von einem Belgier, der den  Behörden bekannt gewesen sei. Der Pariser Staatsanwalt François Molins sagte,  der Wagen sei von einem Franzosen mit Wohnsitz in Belgien gemietet worden. Die  belgische Staatsanwaltschaft leitete nach eigenen Angaben ein formelles  Ermittlungsverfahren wegen Terrorismus ein.

Nach belgischen Medienberichten wurden bei dem Polizeieinsatz drei  Verdächtige festgenommen. Dies wurde offiziell nicht bestätigt. Ein Anwohner  berichtete, dass die Polizei in Molenbeek eine Straße absperrte, einen Wagen  anhielt und einen Insassen mit Handschellen abführte, der zwischen 30 und 40  Jahre alt war. Die Boulevardzeitung „La Dernière Heure“ berichtete, die  Razzien hätten in den Wohnungen dreier junger Männer stattgefunden, die an den  Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein sollen.

Zu der Anschlagsserie am Freitagabend im Zentrum von Paris und dem  nördlichen Vorort St. Denis mit 129 Toten und 352 Verletzten bekannte sich am  Samstag die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Frankreich beteiligt  sich seit Herbst 2014 am US-geführten Militäreinsatz gegen die Extremisten im  Irak und fliegt seit September 2015 auch Luftangriffe auf IS-Stellungen in  Syrien.

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