Erdoğan trifft Obama und eröffnet in Antalya Welt-Gipfel

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan nutzt den Auftakt des G20-Gipfels, um auf seine politische Linie einzuschwören. Er rief die G-20 zu einer "starken, harten Botschaft" gegen den internationalen Terrorismus auf. Solidarität verlangt er aber nicht nur bei der Terrorfrage, sonder auch beim Thema Flüchtlinge.

Dunkle Limousinen, freundliches Händeschütteln, Aufstellen fürs Familienfoto – auf den ersten Blick wirkt alles wie immer beim Auftakt zum G-20-Gipfel im sonnigen Antalya. Doch das Treffen der großen Industrienationen in der Türkei ist durch die Anschläge von Paris „ein anderes“ geworden, stellt Gastgeber Recep Tayyip Erdoğan gleich zu Beginn am Sonntagmittag klar. Terrorismus und Flüchtlingskrise – die beiden für das Abendessen vorgesehenen Themen rücken in den Mittelpunkt. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch innenpolitisch heiße Eisen.

Erdoğan rief die G-20 zu einer „starken, harten Botschaft“ gegen den internationalen Terrorismus auf. US-Präsident Barack Obama versprach, die Anstrengungen im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz IS zu „verdoppeln“. Und Frankreichs Finanzminister Michel Sapin verlangte konkrete Maßnahmen gegen die Terrorfinanzierung.

Solidarität erwartete Erdoğan von seinen Gästen aber nicht nur in Sachen Anti-Terror-Kampf. Dass trotz der Bilder des Grauens aus Paris auch das Thema Flüchtlingskrise in Antalya nicht in den Hintergrund gerät, daran hat er selbst größtes Interesse. Sein Land beherbergt mehr als zwei Millionen Flüchtlinge vor allem aus Syrien und sieht sich an der Grenze der Belastbarkeit.

Welche – innenpolitischen – Konflikte aber das Begriffsduo Flüchtlinge und Terrorismus birgt, spüren vor allem die Europäer. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker versuchte die Diskussion gleich im Ansatz zu entschärfen und warnte in Antalya, trotz der Anschläge vom Freitagabend gebe es „keine Notwendigkeit für eine grundsätzliche Neubewertung der europäischen Flüchtlingspolitik“.

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