Muslime in Deutschland rufen nach Anschlägen zu Zusammenhalt auf

Acht muslimische Verbände in Deutschland treten als Konsequenz aus den Anschlägen von Paris für einen stärkeren gesellschaftlichen Schulterschluss gegen Extremisten und Gewalt ein. Die Attentate seien "barbarisch und niederträchtig", das Mitgefühl der Muslime gelte Familien und Freunden der Anschlagsopfer sowie der gesamten französischen Nation, hieß es in einer am Montag in Köln vorgelegten gemeinsamen Erklärung der Verbände.

Die Antwort auf die Anschläge müsse lauten: "Wir rücken noch enger zusammen". (Foto: Flickr/ PARIS EST AMOUR by Stéphane Toumayan (ToumaŸ) CC BY 2.0)

Die Antwort auf die Anschläge müsse lauten: „Wir rücken noch enger zusammen“. (Foto: Flickr/ PARIS EST AMOUR by Stéphane Toumayan (ToumaŸ) CC BY 2.0)

„Die Mörder von Paris irren, wenn sie glauben, sie seien Vollstrecker eines göttlichen Willens“, hieß es weiter. Die Muslime stünden gegen Terror und jede Form von Gewalt. Die Antwort auf die Anschläge müsse lauten: „Wir rücken noch enger zusammen“, die „Reihen der Friedliebenden“ müssten gestärkt werden.

„Wir haben eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die nicht an den Türen der Moscheen endet“, sagte Bekir Altas, Vertreter des Islamrats. „Wir müssen auch Jugendliche erreichen, die sich im Internet radikalisieren“, betonte er. Die Radikalisierung finde außerhalb der Gemeinden statt, betonte Zekeriya Altug, Sprecher des Koordinationsrats der Muslime. Was die Verbände dagegen getan hätten, reiche nicht aus. Nun wolle man seine Anstrengungen verstärken: „Wir dürfen keinen verlieren“, Freiheit, Pluralität und die europäischen Werte müssten verteidigt werden.“ Wenn gewaltbereite Menschen in den Gemeinden auffielen, würden diese zudem den Behörden gemeldet: „Das ist Bürgerpflicht.“

Die Verbände warnten zudem davor, die Anschläge mit der Flüchtlingsdebatte in Deutschland zu vermengen, so Reuters. Die Flüchtlinge seien gerade von Gewalt und Terror aus ihren Ländern vertrieben worden, betonte Altug. Die meisten der Attentäter seien in Europa geboren worden.

Bei den Anschlägen in Paris waren am Freitag rund 130 Menschen getötet worden. Die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu den Angriffen, die Frankreichs Präsident Francois Hollande einen Akt des Krieges nannte.

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