Frankreich ist nicht das Zentrum: Zahl der weltweiten Terroropfer nimmt sprunghaft zu

Die Attentate von Paris erschüttern. Doch die Hochburgen des globalen Terrors sind in Ländern wie Irak, Nigeria und Afghanistan. 32 000 Terroropfer gab es im vergangen Jahr weltweit - das ist ein Plus von 80 Prozent. Die ökonomischen Kosten sind schwindelerregend.

Paris nach den Anschlägen vom 13. November. (Foto: Flickr/Le rayon de LA lumière by Petit_louis CC BY 2.0)

Paris nach den Anschlägen vom 13. November. (Foto: Flickr/Le rayon de LA lumière by Petit_louis CC BY 2.0)

Die Zahl der Terroropfer in der Welt ist 2014 massiv angestiegen. Nach Angaben des Instituts für Wirtschaft und Frieden wurden im vergangenen Jahr über 32 650 Menschen durch Terroranschläge getötet. Das seien rund 80 Prozent mehr als im Jahr zuvor – der stärkste Anstieg an Terroropfern, der jemals gemessen wurde.

Auch die wirtschaftlichen Kosten des globalen Terrorismus klettern nach Recherchen des Instituts rasant: Im vergangenen Jahr hätten sie 53 Milliarden Dollar erreicht – die Kosten lägen damit zehnmal höher als im Jahr 2000.

Am weitaus meisten vom Terror betroffen seien nicht die westlichen Staaten, sondern Länder die Afghanistan, Irak, Nigeria sowie Pakistan und Syrien, heißt es im sogenannten Globalen Terrorismus-Index, den die Organisation am Dienstag in London veröffentlicht. Am schlimmsten sei die Lage im Irak, allein dort starben im vergangenen Jahr fast 10 000 Terroropfer.

Allerdings wurde die Studie vor den Anschlägen in Paris abgeschlossen, sagte der Chef der Organisation, Steve Killelea, der Deutschen Presse-Agentur. «Sonst wäre Frankreich auf den 18. oder 19. Platz des Index aufgerückt.»

Killelea gab keine weiteren Erklärung in Bezug auf die Anschläge in Frankreich, verwies aber auf die hohe Zahl von Muslimen, die aus Frankreich zur Unterstützung der Terrormilizen nach Syrien gingen. «Nur aus Russland gehen noch mehr Menschen nach Syrien.»

Hauptakteure des weltweiten Terrors seien die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die in Westafrika operierende Boko Haram, heißt es in dem Bericht weiter. Diese beiden Gruppierungen seien für gut die Hälfte aller Terroropfer verantwortlich.

Die Ursachen des Terrorismus seien sehr verschieden, meint Killelea. «Im Westen korrelieren sozioökonomische Faktoren wie etwa Jugendarbeitslosigkeit und Drogenkriminalität mit Terrorismus. In Nicht-OECD-Ländern gibt es eine stärkere Beziehung zwischen Terrorismus und andauernden Konflikten, Korruption und Gewalt.»

«Zehn der elf am meisten vom Terrorismus betroffenen Länder haben auch die höchsten Raten an Flüchtlingen und Vertriebenen», meinte Killelea. Im Westen seien es die «lone wolf attackers» – Extremisten, die auf eigene Faust zuschlagen – , die für die meisten Toten verantwortlich seien.

Das Institut für Wirtschaft und Frieden mit Sitz in Sydney bezeichnet sich selbst als eine der weltweit führenden Denkfabriken, die über Frieden und die ökonomischen Vorteile des Friedens nachdenken.

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