Steinmeier: Historische Chance für Wiedervereinigung Zyperns

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Konfliktparteien in Zypern aufgerufen, die "historische Chance" zur Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel zu ergreifen. Gerade habe man es mit einem entscheidenden Moment im Friedensprozess zu tun. Werde dieser verpasst, müsse Zypern vielleicht jahrzehntelang auf eine neue Gelegenheit warten.

Zypern habe im Versöhnungsprozess einen „entscheidenden Moment“ erreicht, sagte Steinmeier am Dienstagabend laut Redetext bei einem Empfang in der deutschen Botschaft in Nikosia. „Sie haben die historische Chance, das letzte geteilte Land in Europa wiederzuvereinen“, appellierte er an die Politiker auf beiden Seiten. Wenn diese Chance verpasst werde, müsse Zypern vielleicht jahrzehntelang auf eine neue Gelegenheit warten.

Steinmeier gratulierten dem Präsidenten der Republik Zypern, Nicos Anastasiades, und seinem Kollegen Mustafa Akinci aus der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern „zu ihrem Mut und ihrer Weitsicht“. Mit den jüngsten Fortschritten im Friedensprozess sende Zypern besonders in der „schwierigen Zeit“ nach den Anschlägen von Paris ein „wichtiges, hoffnungsvolles Signal an Europa“, sagte Steinmeier. Zypern zeige, „was Diplomatie erreichen kann, wenn alle Seiten bereit sind, einen schwierigen Weg gemeinsam zu beschreiten“.

Zypern ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Griechenland gestützten griechisch-zyprischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Seit Mai laufen wieder Friedensgespräche zwischen der Republik Zypern und der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern. Der von der UNO vermittelte Friedensprozess wird als beste Chance gesehen, das geteilte Zypern nach mehr als vier Jahrzehnten wiederzuvereinen.

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