Verfassungsschutz: IS sieht Deutschland als Feind

Deutschland steht nach Einschätzung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen direkt im Visier der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Wenn der IS Deutschland treffen könne, werde er es auch tun. Derzeit gingen die Terroristen Wege, die man in Europa bislang nicht gekannt habe.

„Deutschland ist Feind des IS“, sagte Maaßen am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. „Wenn der IS uns treffen kann, wird er es tun – das ist unsere große Sorge.“ Maaßen bezeichnete es als „große Herausforderung“, dass der IS nun – wie kürzlich in Paris – auf Selbstmordanschläge setze; dies seien „Wege, die wir in Europa noch nicht gekannt haben“.

Maaßen verteidigte die Absage des deutsch-niederländischen Fußballländerspiels in Hannover am Vorabend. Es habe „sehr konkrete Hinweise“ auf eine Gefährdung gegeben, sagte der Verfassungsschützer. Die Hinweise seien auch von ausländischen Geheimdiensten gekommen. Dass die Quelle der französische Geheimdienst gewesen sei, wie „Spiegel Online“ berichtete, wollte Maaßen nicht bestätigen, so die AFP.

Ein Verzicht auf Großveranstaltungen aus Sicherheitsbedenken sei in Deutschland nicht angebracht, sagte Maaßen. „Das würde ich auf keinen Fall empfehlen.“ Der Verfassungsschützer verwies auf das Beispiel anderer Länder, die seit langem mit einem erhöhten Terrorrisiko lebten, ohne auf solche Veranstaltungen verzichten zu müssen.

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