HDP-Abgeordnete im Hungerstreik gegen Ausgangssperre in Südosttürkei

Rund eine Woche nach dem Beginn einer Ausgangssperre in der südosttürkischen Stadt Nusaybin sind vier Abgeordnete der Oppositionspartei HDP in den Hungerstreik getreten. Die Männer wollen das Essen verweigern, bis die Ausgangssperre aufgehoben werde. Sie protestieren damit gegen die «kollektive Bestrafung» Tausender Einwohner in Nusaybin, heißt es.

Der Abgeordnete der Provinz Mardin, Ali Atalan, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, er und drei weitere HDP-Politiker verweigerten das Essen, bis die Ausgangssperre aufgehoben werde. Sie protestierten damit gegen die «kollektive Bestrafung» Tausender Einwohner in Nusaybin.

Die Abgeordneten forderten außerdem eine Wiederaufnahme des Friedensprozesses mit der Terrororganisation PKK. Zudem müssten Sicherheitskräfte, die für den Tod von Zivilisten verantwortlich seien, bestraft werden.

Die Behörden hatten vergangenen Freitag in Nusaybin in der Provinz Mardin eine Ausgangssperre verhängt. Sicherheitskräfte gehen dort gegen PKK-Kämpfer vor. Seit nun fast einer Woche sind die Einwohner nach Angaben Atalans von der Außenwelt abgeschnitten. Es gebe kein Wasser und keine Elektrizität. Drei Menschen seien getötet und mindestens 17 weitere verletzt worden.

Im Juli scheiterte ein mehr als zwei Jahre andauernder Waffenstillstand zwischen türkischer Regierung und PKK. Seitdem eskaliert der Konflikt.

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