Nach Terror von Paris: Dortmunder Moslems setzen Zeichen für Vertrauen

Ein Dortmunder Moslem hat am Mittwoch mit einer einfachen Geste ein besonderes Zeichen für Frieden und Verständigung gesetzt. Der Mann stellte sich mit verbundenen Augen auf den Westenhellweg. Er lädt die Passanten ein, ihn zu umarmen.

Ein einfaches, aber wirksames Signal gegen den Terror in Dortmund. (Screenshot Facebook)

Ein einfaches, aber wirksames Signal gegen den Terror in Dortmund. (Screenshot Facebook)

Die Aktion von Hakan Sevim am Mittwoch kam bei vielen Passanten offenbar sehr gut an. Für seine Geste erhält der junge Muslim viel Lob. Manche Umarmung dauert länger als gedacht.

„Es ist manchen Menschen scheinbar ein Bedürfnis, diese kleine Geste der Solidarität ist es ein Bedürfnis, das eigentlich selbstverständliche Miteinander. Angst und Ablehnung kommen vor. Negative Reaktionen bleiben aber die Ausnahme“, berichten die Ruhr Nachrichten, die das Geschehen auf Video festgehalten haben.

Ich bin Muslim und ich vertraue dir.. Vertraust du mir?Blind Muslim Trust Experiment – Germany , Dortmund DORTMUND!…

Posted by Lsw Hakan on Mittwoch, 18. November 2015

Der 27-Jährige sei gemeinsam mit einigen seiner Freunde aus dem Dortmunder Westen auf den Westenhellweg gekommen, um etwas zu bewegen, so das Blatt. Seine Botschaft:

„Ich vertraue dir. Vertraust du mir? Wenn ja, umarme mich.

Danach gefragt, warum er diese Aktion für nötig halte, antwortet er:

„Ich bin Moslem. Manche nennen mich Terrorist. (…) Dabei sind wir Dortmunder Jungs, machen zusammen Musik, sind hier groß geworden.“

Sein Freund Mazlum Oktay ergänzt:

„Wir spüren es stark, dass wir durch den IS zum Feindbild werden. Dabei sind das Menschen, die sich verloren haben. Die Unmenschliches machen.“

Aktionen dieser Art habe es auch nach den Charlie-Hebdo-Attentaten gegeben. Am Dienstag habe außerdem eine vergleichbare Aktion in Paris stattgefunden.

Eine Muslima in den USA ist vor einiger Zeit ähnlich vorgegangen, als eine Islam-Gegnerin vor ihrer Moschee protestierte. Sie umarmte die Frau und lud sie ein. Im Innern wurde sie mit Applaus empfangen (mehr hier).

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