Salman Rushdie: «Ich fühle Stolz für die Menschen in Paris»

Der Autor Salman Rushdie ist beeindruckt vom Umgang der Pariser mit den jüngsten Terroranschlägen. Die Menschen würden offensiv damit leben und sich nicht verstecken.

Der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie (68) bewundert die Menschen in Paris für ihren Umgang mit dem Terror. «Ich fühle Stolz für die Menschen in Paris», sagte er am Donnerstagabend beim Literaturfest München. Auch nach den verheerenden Anschlägen vor einer Woche hielten sie an ihrem freien Lebensstil fest. «Sie verstecken sich nicht zu Hause, sie gehen weiter aus», sagte Rushdie. Das sei sehr beeindruckend.

Der indischstämmige Autor Rushdie war im Iran vor 26 Jahren in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden, so die dpa. Radikale Muslime hatten sein Buch «Die Satanischen Verse» als gotteslästerlich empfunden. Diese «Fatwa» genannte Todesdrohung wurde bis heute nicht offiziell aufgehoben. Der Autor lebte jahrelang im Untergrund. Wegen der Anwesenheit Rushdies auf der Frankfurter Buchmesse hatte der Iran im Oktober seine Teilnahme abgesagt. Auch in München gab es bei seinem Auftritt im Cuvilliés-Theater verstärkte Sicherheitsvorkehrungen.

Dafür, dass heute vielfach die Unvernunft herrsche, machte Rushdie am Donnerstag auch sich und seine Generation verantwortlich. Er sei ein typischer 68er und habe die Zeit, in der vor allem «Sex, Drugs and Rock’n’Roll» galt, in vollen Zügen genossen. «Während diese Generation sich den schönen Dingen hingab, rissen die uncoolen Menschen die Macht an sich», sagte Rushdie. «Das war unsere Schuld.»

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