Muslimischer Moderator rechnet ab: „Anschläge sind Zeichen für Schwäche“

Ein muslimischer TV-Moderator hat sich nach den Terroranschlägen von Paris kritisch mit der Strategie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auseinandergesetzt. Der Australier hat eine klare Botschaft an die Europäer: Dreht jetzt bitte nicht durch.

Solche Terrormeldungen dienten dazu, das schwächelnde System zu überlagern. (Screenshot YouTube)

Solche Terrormeldungen dienten dazu, das schwächelnde System zu überlagern. (Screenshot YouTube)

Der TV-Moderator Waleed Aly liefert in seiner Sendung „The Project“ im Kanal Ten eine Einordnung der IS-Strategie. Seine These: Auch wenn sich der IS zu den Anschlägen bekenne, sei nicht geklärt, ob die Terrormiliz in Syrien tatsächlich dahinter stecke und das Massaker geplant habe.

Dem Australier zufolge bekenne sich die Terrormiliz zu jedem terroristischen Akt, der in der westlichen Welt verübt werde. Und zwar ganz unabhängig davon, ob er auch wirklich die Fäden gezogen hätte – oder nicht. Das Ziel des IS sei es, auf diesem Wege größer und mächtiger zu erscheinen, als er eigentlich sei. Das würde übrigens auch ein Auszug aus einem monatlich erscheinenden IS-Magazin belegen. Darin stünde: Es sei wichtig, dass die Attentate dem IS zugeordnet würden. Sonst würde es nach zufälligen Attacken aussehen. Das solle vermieden werden.

Das zweite Argument des Moderators. Bereits seit dem vergangenen Sommer würde der IS im Nahen Osten an Einfluss verlieren. Mit brutalen Anschlägen wie zuletzt in Paris solle das jedoch kaschiert werden. Solche Terrormeldungen dienten dazu, das schwächelnde System zu überlagern. Ergo: „Anschläge sind kein Zeichen für Stärke, sondern für Schwäche. Ein Ablenkungsmanöver.“

Sein Punkt drei: Der IS wolle, dass Europa einen Hass auf Muslime entwickle. Es solle ein Keil durch die Gesellschaft getrieben werden. Nach Ansicht des IS gebe es nur zwei Lager: Gläubige und Ungläubige. Das Ziel sei ein Weltkrieg zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. Anschläge wie in Paris, so der Moderator weiter, sollen diesen Hass schüren. Denn wenn sich eine Gesellschaft gegen ihre Muslime wende, dann würden sich diese eher dem IS hingezogen fühlen. Kurz: Der IS wolle, dass sich Fremdenfeindlichkeit ausbreite.

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