Terror in Mali: Fünf Turkish Airlines Mitglieder entkommen

Bewaffnete bringen in einem Hotel in Mali 170 Menschen in ihre Gewalt. Sicherheitskräfte rücken gegen die Geiselnehmer vor. Fünf von sechs Turkish Airlines-Mitgliedern soll die Flucht gelungen sein.

Drei Mitarbeitern der Fluggesellschaft Turkish Airlines gelingt die Flucht aus dem Hotel, wie ein türkischer Regierungsvertreter sagt. Insgesamt hätten sich sechs Mitarbeiter der Fluggesellschaft Turkish Airlines im Radisson-Blu Hotel aufgehalten.

Update:

Fünf von ihnen seien freigelassen worden, meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Turkish Airlines fliegt drei Mal die Woche von Istanbul nach Bamako. Die Fluggesellschaft ist bekannt dafür, dass sie Ziele auch in gefährlichen Regionen ansteuert. So stehen auf dem Flugplan auch Kabul (Afghanistan), Bagdad (Irak) und Mogadischu (Somalia).

Das Auswärtige Amt hat nach Angaben einer Sprecherin noch keine Erkenntnisse, ob sich Deutsche unter den Geiseln befinden. Das berichtet Reuters.

Zwei mutmaßlich islamistische Attentäter haben ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako überfallen und halten dort bis zu 170 Menschen als Geiseln, so die dpa. 140 davon seien Gäste. Zudem hielten die Angreifer auch 30 Angestellte des Radissons in ihrer Gewalt, teilte die Hotelgruppe Rezidor am Freitag mit. Einige seien wieder freigelassen worden, sagte ein Polizeibeamter. Die malischen Sicherheitskräfte begannen, in das Hotel vorzudringen, wie ein Augenzeuge berichtete. Zunächst blieb unklar, ob es bei dem Überfall auch Tote gab.

Die Angreifer seien vermutlich Dschihadisten, sagte der Polizeibeamte. Sie ließen jene frei, die das arabische Glaubensbekenntnis aufsagen könnten, und seien vor allem an westlichen Geiseln interessiert, sagte der Beamte. Das Radisson hat 180 Zimmer. Es ist bei Diplomaten und Geschäftsleuten beliebt und zum Beispiel auch das Hotel für Mitarbeiter der Air France, die nach Bamako kommen.

Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zum normalerweise sehr gut gesicherten Radisson zu erhalten. Medienberichten zufolge skandierten die Angreifer «Allahu Akbar» (Gott ist am größten), was den Verdacht eines islamistischen Terroranschlags weiter erhärtet. Es waren Schüsse zu hören. Sicherheitskräfte riegelten das Hotel weiträumig ab. Die US-Botschaft und andere westliche Vertretungen forderten ihre Staatsbürger in Bamako auf, in ihren Häusern zu blieben.

In Mali hatten Islamisten und separatistische Tuareg große Gebiete vor allem im Norden des Landes erobert, bevor sie mit Hilfe französischer Truppen wieder zurückgedrängt worden waren. Derzeit läuft ein internationaler Einsatz zur Ausbildung der malischen Streitkräfte, an dem auch die Bundeswehr beteiligt ist. Die Bundesregierung erwägt derzeit auch, den Einsatz der Bundeswehr auf den unruhigen Norden auszuweiten.

Bundeswehr-Soldaten sind nicht unter den Geiseln im Hotel. «Unser Hauptquartier liegt einige Kilometer von dem Hotel entfernt, alle sind in Sicherheit», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. In Bamako sind aktuell mehr als 50 deutsche Soldaten als Teil der European Training Mission in Mali (EUTM Mali) stationiert. Das Mandat erlaubt den Einsatz von bis zu 350 Soldaten.

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