Chaotische Tage bei Galatasaray

Der amtierende Meister Galatasaray hat sich am Mittwochabend überraschend von seinem Cheftrainer Hamza Hamzaoglu getrennt. In erster Linie kam diese Entlassung plötzlich, weil es vor Wochen noch hieß, dass der gesamte Vorstand hinter seinem Meistertrainer stehe.

Darüber hinaus war man voller Überzeugung, dass es sportlich wieder nach oben gehen würde. Doch wie es im Fußballgeschäft so ist, haben Versprechungen kurze Beine und mangeln an Glaubwürdigkeit. Laut diversen Medienberichten haben die Aussagen von Hamza Hamzaoglu eine große Rolle bei der Entlassung gespielt. Der Übungsleiter wurde für seine Äußerungen über die Vertragsverlängerung von seinem Spieler Umut Bulut stark kritisiert. Bis auf Weiteres wird Torwartlegende Claudio Taffarel die Mannschaft trainieren und die sportliche Leitung am Wochenende übernehmen. Die „Rot-Gelben“ empfangen am Samstag den Aufsteiger aus Antalya.

Man stelle sich einen Trainer vor, der in knapp elf Monaten drei Trophäen (Meisterschaft, Pokal und Super-Cup) gewonnen hat und seine Mannschaft zurzeit auf Platz 3 der türkischen Süper Lig steht. Man würde sicherlich nicht auf die Idee kommen, diesen Trainer zu entlassen. Doch am Mittwochabend kam die Meldung, dass sich Galatasaray mit sofortiger Wirkung von seinem Cheftrainer Hamza Hamzaoglu getrennt hat. Doch so wahr haben wollten es die Fans im ersten Moment nicht, es wurden Theorien entwickelt, die offizielle Homepage sei gehackt worden oder es sei nur ein schlechter Witz. Doch dem war nicht so, bereits nach einer Stunde wurde die Entlassung durch den vereinseigenen TV-Sender bestätigt. Es dauerte auch nicht lange, das kurz nach der Trennung von Hamzaoglu schon andere Namen in Bezug auf die Trainerposition gefallen sind. In diesem Zusammenhang fielen vor allem die Namen Mustafa Denizli oder Ersun Yanal.

Hamzaoglu verabschiedet sich

Einer Weisheit nach heißt es, die Persönlichkeit eines Menschen erkenne man erst bei der Trennung. Wer die Bilder heute gesehen, kann sicherlich sagen, dass Hamza Hamzaoglu eine sehr starke Persönlichkeit ist. Der Ex-Trainer war am Donnerstagmorgen nochmals auf dem Galatasaray-Trainingsgelände, um seine persönlichen Gegenstände zu holen. Der Andrang der Jugendtrainer und einiger Klub-Funktionäre hat das Gefühl vermittelt, dass Hamzaoglu neu verpflichtet worden wäre. Ihm wurden Blumen übergeben. Am Ende gab es nochmal ein Gruppenfoto, bevor Hamzaoglu sich endgültig verabschiedet hat. „Der Verein hat diese Entscheidung getroffen und wir müssen es akzeptieren“, so der entlassene Übungsleiter. Ganz objektiv betrachtet verliert Galatasaray nicht nur einen Trainer, sondern auch eine starke Persönlichkeit.

Klub-Boss Özbek will sich nicht äußern

Galatasaray konnte mit Hamzaoglu zwar drei Titel gewinnen, doch zur Ruhe kam der Traditionsverein nie: Von der schlechten Transferpolitik hin zur Auseinandersetzung zwischen Hamzaoglu und Burak Yilmaz. Immer wieder waren es Dinge, die sich vor sportliche Geschehnisse gestellt haben. Dazu gehörten auch die leeren Versprechungen vom Vereinspräsidenten Dursun Özbek, der immer wieder neue Stars versprach. Darüber hinaus stellte er sich vor paar Wochen noch mit den Worten hin: „Hamzaoglu wird im Amt bleiben, solange ich hier Präsident bin!“ Im Umkehrschluss müsste der Vereinsboss auch zurücktreten, zumindest wenn man seinen eigenen Aussagen Glauben schenken sollte. In seiner Erklärung vom Donnerstag heißt es: „In den nächsten Tagen und Wochen werden wir uns zu dieser Personalie äußern. Dennoch müssen wir nach vorne schauen und sind auf der Suche nach einem neuen Trainer.“ Was genau zwischen den zwei Wochen passiert ist und was genau zu der Entlassung geführt hat, ist vielen Experten ein Rätsel. Die Fans dürfen jedenfalls gespannt sein, denn auf ihr warten schwierige und ereignisreiche Tage.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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