Terrorangst in Frankreich: Moschee eines Imams in Brest durchsucht

Ermittler haben in der französischen Hafenstadt Brest die Moschee eines salafistischen Imams durchsucht. Die Behörden sprechen von Überprüfungen. Einen konkreten Vorwurf gegen den Geistlichen brachten sie nicht vor.

Die Facebook-Seite des Imams. (Screenshot)

Die Facebook-Seite des Imams. (Screenshot)

Imam Rachid Abou Houdeyfa war durch provokante Videos in sozialen Netzwerken aufgefallen, von den Terroranschlägen in Paris hatte er sich aber klar distanziert. Die Gruppe der Salafisten gehört zu einer besonders konservativen Strömung des Islam. Auf der Internet-Seite des Imams wurde die Aktion der Sicherheitskräfte bestätigt.

Die Moschee sei zwischen 3.00 Uhr und 6.00 Uhr früh durchsucht worden, sagte der Präfekt des Départements Finistère in der Bretagne, Jean-Luc Videlaine, der Nachrichtenagentur AFP. «Es geht um Überprüfungen», niemand sei festgenommen worden.

In einer Erklärung auf der Facebook-Seite des Imams betonte das islamisch-kulturelle Zentrum von Brest (CCIB), die Durchsuchung sei mit Respekt vor der religiösen Stätte erfolgt. Die islamische Gemeinde wurde aufgefordert, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Die Moschee bleibe geöffnet.

In Frankreich sollen Moscheen und radikale Vereinigungen geschlossen werden, in denen «gegen die Werte der Republik verstoßen» wird. Das kündigte Premierminister Manuel Valls am Montagmorgen im Sender RTL an (mehr hier).

«Wir handeln an allen Fronten mit der größten Entschlossenheit», sagte Valls nach den Attentaten von Paris und Saint-Denis, bei denen am Freitagabend 129 Menschen getötet wurden.

Der Vorschlag aus Frankeich, bestimmte Moscheen und radikale Vereinigungen zu schließen, stößt bei der AfD auf offene Ohren. Hierzulande müsste für muslimische Gotteshäuser dasselbe gelten wie beim Verbot von Vereinen. Praktisch ist eine Umsetzung allerdings schwierig.

Der Landessprecher der AfD Thüringen, Stefan Möller, hat den Vorstoß der französischen Regierung nach den Terroranschlägen von Paris begrüßt. Präsident Holland plant eine Gesetzesverschärfungen, um künftig fundamentalistische Moscheen zu schließen und Hassprediger aus dem Ausland ausweisen zu können.

„Die Forderung, Moscheen zu schließen, in denen Hassprediger aktiv sind, ist aus Sicht der AfD Thüringen zu unterstützen“, zitiert die Huffington Post Stefan Möller. Letzten Endes müsse für die muslimischen Gotteshäuser dasselbe gelten wie beim Verbot von Vereinen. Ein Grund hierfür sei „die gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtete Tätigkeit“. „Das Auftreten und die Unterstützung von Hasspredigern in Moscheen dürfte darunter fallen.“

Der CSU-Rechtspolitiker Hans-Peter Uhl teilt diese Einschätzung nicht. Die bisherigen Gesetze reichten durchaus aus. Er verweist im Gespräch mit dem Blatt jedoch auf die praktischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung des geltenden Rechts. Neben zu wenig Personal führte er auch unzureichende Sprachkenntnisse der Behörden an.

 

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