Lyriker in Saudi-Arabien wegen Glaubensabfalls zum Tode verurteilt

Ein Gericht in Saudi-Arabien hat Menschenrechtlern zufolge einen palästinensischen Lyriker wegen Abfalls vom muslimischen Glauben zum Tode verurteilt. Der Nahost-Experte von Human Rights Watch, Adam Coogle, sagte am Freitag, das Urteil gegen Aschraf Fajadh sei vor drei Tagen gesprochen worden. Damit habe das Berufungsgericht ein früheres Urteil von 800 Peitschenhieben und vier Jahren Gefängnis aufgehoben.

Fajadh war 2013 zum ersten Mal und Anfang 2014 erneut verhaftet worden. Das Urteil stützte sich auf den Inhalt eines von ihm verfassten Buches sowie auf Aussagen eines Zeugen, dem zufolge Fajadh Gott verflucht haben soll. Das berichtet Reuters.

Das Rechtssystem in Saudi-Arabien basiert auf dem islamischen Recht der Scharia. Die Richter in dem Königreich gehören überwiegend der ultrakonservativen sunnitischen Strömung der Wahhabiten an. Nach deren Rechtsinterpretation wird Gotteslästerung und der Abfall vom Glauben mit dem Tode bestraft. Im Januar wurde der liberale Autor Raif Badawi nach einer Verurteilung wegen Gotteslästerung mit 50 Peitschenhieben bestraft. Insgesamt wurde er zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Dies war international auf Proteste gestoßen.

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