US-Wahlkampf: Donald Trump will Muslime registrieren lassen

Donald Trump hat sich für eine landesweite Registrierung der Muslime in den USA ausgesprochen. Für den Geschäftsmann sei das lediglich eine Frage guten Managements. Muslime könnten ihm zufolge an verschiedenen Orten erfasst werden, "nicht nur in Moscheen".

Der republikanische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Donald Trump. (Foto: Flickr/ Half-Scot Donald Trump by Ninian Reid CC BY 2.0)

Der republikanische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Donald Trump. (Foto: Flickr/ Half-Scot Donald Trump by Ninian Reid CC BY 2.0)

Mit Äußerungen über eine zentrale Erfassung von Muslimen in den USA hat der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump für Empörung gesorgt. „Das sind schockierende Worte“, schrieb die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton am Freitag auf dem Onlinedienst Twitter. „Das sollte von allen verurteilt werden, die anstreben, dieses Land zu führen.“

Trump hatte am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Iowa auf die Frage, ob er eine Registrierung von Muslimen unterstütze, geantwortet: „Ich würde das sicherlich umsetzen. Absolut.“ Muslime könnten an verschiedenen Orten erfasst werden, „nicht nur in Moscheen“. Das wäre „einfach nur gutes Management“, sagte der Geschäftsmann. Das berichtet die AFP.

Nach den islamistischen Anschlägen von Paris verschärften einflussreiche Republikaner ihren Ton gegenüber Muslimen und Flüchtlingen aus Syrien deutlich. Der Präsidentschaftsanwärter Ben Carson etwa verglich Flüchtlinge mit tollwütigen Hunden. „Wir müssen Sicherheit und eine humanitäre Einstellung gegeneinander abwägen“, sagte Carson am Donnerstag. „Wenn ein tollwütiger Hund durch deine Nachbarschaft streift, wirst du vermutlich nichts Gutes über diesen Hund denken. Und du wirst wahrscheinlich deine Kinder auf Distanz halten.“ Trump und Carson führen in Umfragen das Feld der republikanischen Präsidentschaftsbewerber an.

Das von den Republikanern dominierte Repräsentantenhaus hatte am Donnerstag mit großer Mehrheit für ein Gesetz für strenge Sicherheitskontrollen gestimmt, das de facto zu einem Aufnahmestopp für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak führen würde. Der FBI-Direktor, der Heimatschutzminister und der nationale Geheimdienstchef müssten demnach jedem einzelnen Flüchtling persönlich bescheinigen, dass sie kein Sicherheitsrisiko darstellen. Der Senat muss dem Gesetz noch zustimmen, Präsident Barack Obama drohte bereits mit seinem Veto.

Der frühere Gouverneur von Florida und Trump-Konkurrent, Jeb Bush, bemühte sich dagegen um Mäßigung. „Es wird über Internierung geredet, über die Schließung von Moscheen, über die Registrierung von Menschen“, sagte der Republikaner. „Das ist einfach falsch.“

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