HRW: Türkei weist Syrien-Flüchtlinge an der Grenze ab

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen die Türkei. Angeblich würden syrische Flüchtlinge an der Grenze zurück ins Bürgerkriegsland geschickt. Ankara zwinge die Menschen so in die Hand von Schmugglern.

Die Türkei schickt Flüchtlinge nach Angaben von Menschenrechtlern in das Bürgerkriegsland Syrien zurück. Türkische Grenzsoldaten fingen die Schutzsuchenden bereits an der Grenze ab, erklärte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Montag. Um überhaupt in die Türkei zu gelangen, seien die Flüchtlinge auf Schmuggler angewiesen. «Die Schließung der türkischen Grenze zwingt Schwangere, Kinder, Alte und Kranke zu einem Spießroutenlauf mit türkischen Grenzbeamten, um vor dem Horror des syrischen Krieges zu fliehen», kritisierte der HRW-Flüchtlingsexperte Gerry Simpson.

HRW bezieht sich in der Erklärung auf Interviews mit Flüchtlingen. Die Aussagen decken sich mit Berichten syrischer Aktivisten.

Seit März lässt die Türkei nach Angaben von HRW Flüchtlinge nur noch in Ausnahmefällen legal ins Land. Die zwei noch geöffneten Grenzübergänge in den Provinzen Antakya und Kilis seien nur für Hilfslieferungen und registrierte Händler passierbar.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben rund 2,2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen und 25 Lager errichtet. Die meisten Syrer leben jedoch außerhalb der Unterkünfte und sind auf sich alleine gestellt.

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