Zehntausende Muslime beten für Terror-Opfer von Paris

Zehntausende von Muslimen haben am vergangenen Freitag in europäischen Moscheen Gedenkgebete und Zeremonien für die Terror-Opfer von Paris abgehalten. Sie haben – wie ihre nicht-muslimischen Freunde und Verwandte – große Angst vor der Zukunft und vor dem IS.

Die Terroranschläge in Paris mit 129 Toten haben die Menschen offenbar geeint. Sowohl in Frankreich als auch in Großbritannien gedachten Muslime im Rahmen ihrer Freitagsgebete den Anschlagsopfern. Ihre Botschaft ist klar: „Wir lassen und nicht spalten!“

Am vergangenen Freitag haben allein über 3.000 britische Muslime in der Baitul Futuh-Moschee, die sich im Süden von London befindet, für die Opfer der Pariser Anschläge gebetet. „Diejenigen, die uns spalten wollen, sind gescheitert. Ganz im Gegenteil. Sie haben unsere Entschlossenheit für unsere Einheit nur noch gestärkt“, zitiert der Daily Star einen Sprecher der Londoner Muslime.

In Frankreich fanden ebenfalls Gedenkgebete für die Opfer von Paris statt. An den muslimischen Gebeten sollen Zehntausende von Muslimen teilgenommen haben. „Wir sind für den Frieden, wir sind für Frankreich. Lang lebe Frankreich, lang leben die Muslime“, zitiert Voice of America die 59-jährige muslimische Französin Nacera Amellal.

Die Gläubigen handeln damit ganz nach der Aufforderung des indisch-britischen Schriftstellers Salman Rushdie. Dieser hat die Europäer angesichts der Gewalttaten der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zur Gelassenheit aufgerufen. Seiner Ansicht nach treffe die Menschen in den westlichen Staaten keine Schuld an den jüngsten Ereignissen. Er fordert die Bürger von Paris auf, ihr Leben einfach weiter zu leben.

„Die beste Rache ist Frieden. Geben wir das nicht auf! Wir leben im glücklichen Teil der Welt“, sagte Rushdie gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Die Menschen in westlichen Staaten müssten sich keine Mitschuld an den Gewalttaten geben. Das berichtet die AFP.

„Diese Menschen in Paris haben nichts getan“, erklärte Rushdie. Es gebe keine absolute Sicherheit, nur verschiedene Ebenen der Unsicherheit. „Deswegen: Leben Sie Ihr Leben! Nehmen Sie die U-Bahn, essen Sie in Restaurants, besuchen Sie Konzerte“, forderte der Schriftsteller auf. Er bezeichnete den Terrorismus als „Mutation“ des Islam. Dieser sei seiner Meinung nach keine Religion der Liebe und des Friedens, „wenn die Erscheinungsformen des Islam in der Welt das genaue Gegenteil zeigen.“

Rushdie lebt seit dem Erscheinen seines Buches „Die satanischen Verse“ im Jahr 1989 unter der Todesdrohung des damaligen geistlichen Oberhaupts des Irans, Ayatollah Khomeini, der in einer Fatwa zur Tötung des Autors aufrief. Der in Indien geborene britische Staatsbürger musste daraufhin jahrelang im Verborgenen leben.

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