Denizli nimmt die Zügel in die Hand

Mustafa Denizli: Eine wichtige Figur im türkischen Fußball soll den amtierenden Meister wieder in die richtige Richtung lenken. Diese kann bei einem großem Verein wie Galatasaray nur eines bedeuten: Titel und Erfolge.

Doch wie soll man ein Jahr, in dem „Cimbom“ insgesamt drei Titel (Türkische Süper Lig, Pokal und Supercup) gewann, noch überbieten? Die Frage wird sich der erfahrene Übungsleiter auch stellen müssen. Die Erwartungen der Fans an den Trainerfuchs sind jedenfalls sehr groß.

Es war ein Paukenschlag im türkischen Fußball. Die Stellungnahme vom Rekordmeister sorgte für viele verwirrende Gesichter. Denn Galatasaray trennte sich mit sofortiger Wirkung von seinem erfolgreichen Trainer Hamza Hamzaoglu. Noch am Abend fielen zahlreiche Namen um den Posten des Cheftrainers beim Traditionsverein. Dennoch war es der Wunsch von Vereinspräsident Dursun Özbek: Es soll kein Feuerwehrmann sein! Sondern es soll gezielt ein Fußballlehrer sein, der seine eigene Spielphilosophie mitbringt, die Trümmer aufsammelt und Neues aufbaut.

Doch wie neu kann es nach so einem erfolgreichen Jahr noch werden? Der Trainer wird sicherlich Überstunden machen müssen um die Lage genau zu analysieren und Lösungswege zu finden. Damit fing er heute schon an. Er traf sich mit seinem neuen Chef Özbek auf dem Metin Oktay-Trainingsgelände um die Lage genauestens zu beobachten.

Erst Prandelli, jetzt Hamzaoglu – Handlungsmuster erkennbar

Vor einem Jahr sah die Lage beim Rekordmeister noch düsterer aus als es heute ist. Nach einem enttäuschenden Saisonbeginn mit Cesare Prandelli stand die Mannschaft unmittelbar vor dem Abgrund und konnte in keinem Wettbewerb Zeichen setzen. Schließlich musste Özbeks Vorgänger Duygun Yarsuvat handeln. Er verpflichtete den im Trainergeschäft noch relativ unerfahrenen Hamzaoglu, der mit der Mannschaft eine sensationelle Rückrunde gespielt und insgesamt drei Titeln abgeräumt hat.

Genau auf die Art und Weise reagiert Dursun Özbek auf eine bisher „unglücklichen Saison“ und verpflichtet den erfahrenen Mustafa Denizli. Dass es die richtige Amtshandlung war, bleibt diskussionswürdig. Doch Fakt ist, dass Dursun Özbek und sein Vorstand ein Stück weit unter Handlungszwang standen.

Denizli in Madrid, am Wochenende auf der Trainerbank

Mustafa Denizli ist eine starke Persönlichkeit und steht genauso wie sein Kollege Senol Günes für Disziplin und Ordnung. Darüber hinaus ist er dafür bekannt, seine Meinung immer kundzutun. Auch wenn es oftmals wehtun wird, müssen Dursun Özbek und seine Funktionäre genau hinhören, um nicht ihr eigenes Ende vorzubereiten. Es stehen viele Fragen im Raum und die Fans sehnen sich mit offenen Augen nach Antworten.

Eine Frage hat seit heute Klarheit bekommen. Der Ex-Stürmer von Galatasaray wird nach Madrid reisen und sich das Champions League-Spiel bei Atletico anschauen. Dabei bleibt es aber auch, die sportlichen Entscheidungen überlässt er Interimscoach Claudio Taffarel – zumindest noch bis zum Wochenende.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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